Das Start-up ist als erstes europäisches Start-up bei dem Think-Tank engagiert. Von dem Austausch versprechen sich die Berliner wertvolle neue Kontakte – eine erste Erfolgsmeldung gibt es bereits.

Das Start-up will den Nahverkehr flexibilisieren – für das neue Engagement muss es jedoch immer mal wieder der Langstreckenflug sein: Door2 Door ist als erstes europäisches Start-up in das in San Francisco ansässige Center for the Fourth Industrial Revolution aufgenommen worden. In der Einrichtung des Weltwirtschaftsforums (WEF) tauschen sich Technologieunternehmen aus. Parallel ist das Start-up auch in zwei Arbeitsgruppen des WEF zu den Themen autonomes Fahren und integrierte Mobilität vertreten.

Von den neuen zeit- wie reiseaufwändigen Engagements verspricht sich das Berliner Start-up einiges: „Das haben wir schon auch als kleinen Ritterschlag empfunden“, berichtet Mitgründer Maxim Nohroudi im Gespräch mit WiWo Gründer. Man selbst wolle Erfahrungen über die Zusammenarbeit mit Kommunen und Verkehrsverbünden liefern.

Door2Door stellt mit seiner Technologieplattform etwa IT-berechnete Routenplanungen von Shuttlefahrzeugen als Teil des Nahverkehrs bereit – in Duisburg und im bayrischen Freyung sind die ersten Fahrzeuge bereits auf der Straße. „Da haben wir extrem viele Erkenntnisse gesammelt, die wir nun einbringen können“, sagt Nohroudi.

„Start-ups sind der Treibstoff der vierten industriellen Revolution, die das Tempo für Innovation und Technologie vorgeben“, kommentiert Oliver Schwab, Head of Business Engagement und Managing Board-Mitglied des Forums, den Beitritt von Door2Door. Aus dem Austausch könnten mittelfristig auch Aufträge erwachsen – in einigen Gremien sind Städte wie Boston vertreten, die sich als Vorreiter im intelligent vernetzten Nahverkehr positionieren wollen.

Kurzer Draht zu Städten und Spezialisten

In der Welt von Verbänden und Netzwerken fühlen sich die Door2Door-Gründer schon lange wohl. Tom Kirschbaum ist als Vorstandsmitglied im Bundesverband Deutscher Start-ups vertreten, auch der Austausch mit dem Verband der Automobilindustrie (VDA), dem Bitkom und dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ist nach Angaben von Nohroudi eng: „Das sage ich auch anderen Gründern immer wieder: Geht in die Verbände, da steckt viel Know-How und das schafft Zugänge, die auf dem direkten Weg viel schwerer zu erreichen sind.“

Ein wertvoller Kontakt hat sich in den ersten Monaten der WEF-Zusammenarbeit für Door2Door bereits ergeben: Das Start-up konnte den ehemaligen Chef-Datenanalysten von Uber, Kevin Novak, als neues Beiratsmitglied gewinnen – er trug nach eigenen Angaben die Mitarbeiternummer 21 bei dem lange gefeierten, aber aktuell umstrittenen Fahrtenvermittler. Der Kontakt wurde über einen Investor für Künstliche Intelligenz hergestellt, der ebenfalls in den Gremien des Think-Tanks vertreten ist.

Novak soll das Start-up mit aktuell etwa 100 Mitarbeitern an mehreren Fronten unterstützen: Zum einen beim generellen Organisationsaufbau der Datenspezialisten, zum anderen bei der konkreten Weiterentwicklung von Routing-Algorithmen. „Er weiß wie kein Zweiter, wie man eine Mobilitätsplattform aus Datensicht strukturieren muss“, sagt Nohroudi gegenüber WiWo Gründer. Darüberhinaus soll Novak auch die Präsenz von Door2Door in den USA stärken – sei es beim Markteintritt oder beim Anwerben von Entwicklern und Datenspezialisten: „Mein Standort in San Francisco spielt dabei eine wesentliche Rolle“, sagt Kevin Novak.