Hochschulen engagieren sich zunehmend in der Gründungsförderung. Doch welche privaten Hochschulen haben wirklich Vorbildcharakter?

Hochschulen und Start-ups gehören heute fest zusammen. Knapp 20 Jahre nach der Einrichtung des ersten Lehrstuhls an der EBS in Wiesbaden habe die Zahl der Einrichtungen ein Niveau von 128 Entrepreneurship-Professuren erreicht.

Zu diesem Ergebnis kommt der Förderkreis Gründungs-Forschung e.V. (FGF) im März diesen Jahres.  Es gibt keine Statistik, die alle Unternehmensgründungen an Hochschulen systematisch erfasst. Einen guten Überblick über die deutsche Hochschullandschaft bietet jedoch der „Gründungsradars 2013“, der im November 2014 vom Stifterverband für die deutsche Wirtschaft vorgestellt wurden.

Dort wurde die Gründungsförderung der Hochschulen anhand von den vier Bausteinen Gründungsverankerung, -sensibilisierung, –unterstützung und Gründungsaktivitäten ermittelt. So misst die Gründungsverankerung, wie sich die Gründungsförderung in der Hochschulstrategie, ihrer Struktur und im Controlling wiederfindet. Im Bereich der kleinen Hochschulen (weniger als 5.000 Studierende) schloss die HHL Leipzig wie schon im Vorjahr als beste Hochschule ab.

An der Studie „Gründungsradar 2013“ haben sich insgesamt zwei Drittel aller Hochschulen (254 Hochschulen) beteiligt. 168 von ihnen sind in der Gründungsförderung aktiv.

Hinweis: Bei der nachfolgenden Auswahl haben wir aus den drei Rankings der Studie, die nach Hochschulgröße aufgestellt wurden, 1.) private Hochschulen herausgefiltert, die 2.) in mindestens einem der vier Bausteine Vorbildcharakter haben, also eine bessere Leistung als 75 Prozent der anderen Hochschulen aufweisen.

Fachhochschule des Mittelstandes (FHM)

 

PR/Fachhochschule des Mittelstands

PR/Fachhochschule des Mittelstands

In der Kategorie kleine Hochschulen, gehört die FHM bei der Gründungsverankerung, –sensibilisierung sowie der Gründungsunterstützung zu den Top 25 Prozent. Die Fachhochschule des Mittelstandes bietet einen MBA Entrepreneurship & Management an. Entweder berufsbegleitend in Bielefeld oder als Vollzeitstudium in Schwerin

HHL Leipzig Graduate School of Management

HHL

HHL

Die HHL Leipzig steht unverändert an der Spitze der kleinen Hochschulen. Als Besonderheit führt der Bericht den International Investors Day auf, eine Konferenz und ein Pitching-Event für internationale Start-up-Teams mit privaten Investoren, VC-Fonds und erfolgreichen Alumni-Gründern der Hochschule. Die Bedeutung der Gründungsthematik zeigt sich daran, dass der Rektor der Hochschule zugleich den Lehrstuhl für Innovationsmanagement und Entrepreneurship innehat.

Hochschule Fresenius

PR/Fresenius

PR/Fresenius

Die Hochschule Fresenius gehört zu den Top 25 Prozent der mittleren Hochschulen (5.001 bis 15.000 Studierende), die Gründungförderung institutionell gut verankert haben. So begleitet beispielsweise das Competence Center Entrepreneurship (CCE) die Studenten der Hochschule Fresenius Köln im Bereich Gründungsmanagement und Businessplanung.

Munich Business School

PR/Munich Business School

PR/Munich Business School

Die mit ca. 600 Studierenden vergleichsweise kleine Munich Business School kann sich im Gründerradar behaupten und zählt in ihrer Gruppe bei der Gründungssensibilisierung und -unterstützung zu den Top 25 Prozent. Im Bachelor und Master-Programm International Business gibt es ein Pflichtmodul, in dem Studierende im Rahmen von Projektarbeit Businesspläne erstellen und unternehmerische Strategien entwickeln. Weiter existiert ein Kompetenzzentrum, das als Think Tank u.a. für „Global Entrepreneurship & Innovation“ dient und Forschung im Bereich Entrepreneurship betreibt.

Private Hochschule Göttingen

 

PR/ Private Hochschule Göttingen

PR/ Private Hochschule Göttingen

Im Bereich der kleinen Hochschulen liegt die private Hochschule Göttingen an dritter Stelle und ist in allen vier Bausteinen unter den besten 25 Prozent. Als Anreiz sich an der Gründerförderung zu beteiligen, werden den Professoren Gründungsfreisemester gewährt. Bei der Gründungsunterstützung kommt die Hochschule auf einen hohen Wert von durchschnittlich sechs geführten Beratungsgespräche je Gründungsvorhaben.

Private Universität Witten/Herdecke  

Private Universität Witten/Herdecke (UW_H)

Private Universität Witten/Herdecke (UW_H)

Die private Universität Witten/Herdecke ist die erste private Universität in Deutschland. Bei der Gesamtpunktzahl im Gründungsradar 2013 hat sich die Uni im Vergleich zum Vorjahr leicht verschlechtert. Dafür ist sie aber mit 14 Teamgründungen in 2013 unter der Top 10, der innovativsten Gründungsstandorte und damit gleichauf mit der wesentlich größeren Ludwig-Maximilians-Universität München.

SRH Hochschule Heidelberg

Heidelberg

PR/ SRH Heidelberg

Die Hochschule kann beim Gründungsradar bei der Gründungssensibilisierung und der Gründungsunterstützung punkten. Seit 2010 bietet die Hochschule ein Gründerinstitut an, dass Studierende und Absolventen bei der Gründung unterstützt. Dies geschieht in Form von theoretische Förderung, Infrastruktur (z.B. Arbeitsplätze), Coaching oder Vermittlung von Kooperationspartner.

WHU – Otto Beisheim School of Management

PR/WHU Vallendar

PR/WHU Vallendar

Die WHU konnte im Vergleich zum Vorjahresranking den größte Punktezuwachs (20 Prozent) in der Gruppe der kleinen Hochschulen verzeichnen und landet knapp hinter der HHL Leipzig auf Platz zwei. Dies gelang insbesondere durch Leistungssteigerungen in der Verankerung und den Gründungsaktivitäten. Zu den bekanntesten Gründern der Hochschule zählt Oliver Samwer, Mitgründer und CEO von Rocket Internet.

Zeppelin Universität  

Zeppelin Universität/ Anja Köhler

Zeppelin Universität/ Anja Köhler

Im Gründungsradar schnitt die Zeppelin Universität (ZU) in drei von vier Bausteinen als „vorbildlich ab“. Nach eigenen Angaben sind an der ZU in ihrer erst elfjährigen Geschichte bereits mehr als 120 Unternehmen gegründet worden. Laut einer Pressemitteilung unterstützt die ZU „studentische Existenzgründer nicht nur über Lehrveranstaltungen, Workshops, Beratungsangebote und Netzwerkzugänge, sondern auch finanziell. Dafür hat sie einen universitätseigenen Fonds gegründet, der eine Finanzierung von bis zu 50.000 Euro für die erste Phase der Gründung vorsieht“.