Gründen trifft auf Lehre: Studierende der HHL Leipzig haben einen Kongress zum Thema FinTech organisiert. Dabei ging es auch um die Probleme der Branche.

Von Katharina-Luise Kittler

Normalerweise tummeln sich an einem Freitagmorgen hektische Studierende und Lehrende auf dem Campus der HHL in Leipzig. Sie blättern aufgeregt in ihren Unterlagen oder hetzen zum nächsten Seminar. An diesem Freitagmorgen bot sich den Besuchern der Accelerate@HHL2015 ein anderes Bild. Schick zurechtgemacht empfingen die Studierenden Unternehmer und ihre Kommilitonen. Dabei waren sie fast durchweg in Hemd und Krawatte gekleidet – mit einer guten Portion Gel in den Haaren. Sie hatten sich die letzten Wochen damit beschäftigt die fünfte Accelerate Conference der HHL zu organisieren, die unter dem Thema „The Future of Finance“ stand.

Organisiert von Studierenden der HHL, trafen sich am Wochenende Unternehmer, junge Gründer, Investoren und Studenten in Leipzig, um über die Zukunft der Finanzbranche zu diskutieren. Dabei stand vor allem die FinTech-Branche im Mittelpunkt, die momentan vor allem auf Mobile- und Online-Banking setzt.

„Banken sterben aus und das wissen sie auch“, sagte Robert Henker, CEO von Cashboard, während des ersten Panels der Konferenz über die Beziehung zwischen FinTech-Unternehmen und etablierten Banken. Seine Aussage beschreibt den Tenor der diesjährigen Accelerator Conference der HHL: Junge Gründer der FinTech-Szene wurden nach Sachsen eingeladen, um ihre Start-ups vorzustellen, mit Studenten ins Gespräch zu kommen und potenzielle Investoren zu treffen.

„FinTech-Unternehmen sollten eher mit den Banken kooperieren anstatt mit ihnen im Wettbewerb zu stehen“, meint Nasir Zubairi im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer. Der 39-jährige ist Gründer von New Buckland, eine auf FinTech spezialisierte Beratungsfirma und Partner bei FinLeap, einem FinTech-Unternehmensgründer der Hitfox Group. Seit über 15 Jahren arbeitet Zubairi in der Finanzindustrie und ist Sloan Fellow an der London Business School. FinTech-Unternehmen sollten den Stellenwert der Banken nicht unterschätzen. „Die momentane Infrastruktur gibt es bis jetzt noch nicht her, dass wir komplett auf Banken verzichten können. Deswegen sollten junge Gründer mit den Banken zusammenarbeiten und gemeinsam neue Produkte entwickeln“, sagt Zubairi.