Der mobile Autoreinigungsservice von MyCleaner ist bei Unternehmen und Nutzern von Firmenwagen beliebt. In der Zukunft soll sogar die Bestellung automatisiert werden.

Die Idee zu einer Dienstleistung für Autobesitzer entstand natürlich auf der Straße. Slawa Kister (Mitte) arbeitete lange als SAP-Berater und nahm auf seinen Dienstreisen per Mitfahrzentrale gern andere Leute mit. So auch Abdula Hamed (rechts) der damals sein Medizintechnikstudium in Aachen beendete und erzählte, er würde sich gern selbstständig machen, wenn er nur eine Geschäftsidee hätte.

„Die Ideen sind nicht das Problem“, erwiderte Kister, der sich beispielsweise fragte, warum es hierzulande keinen mobilen Autoreinigungsservice gebe, seit er so etwas bei einem Kunden in Belgien gesehen hatte. Einige Wochen später hatten beide die Gründung von MyCleaner beschlossen und holten sich dazu Abdulas Bruder Mohamed Hamed und Slawas Frau Natalia Kister dazu.

Biologische Reinigungsmittel

Für ihren Vor-Ort-Service haben die Stuttgarter spezielle biologische Reinigungsmittel entwickelt, die den Einsatz von Wasser überflüssig macht. MyCleaner wurde deswegen für den GreenTec Award nominiert. Inzwischen gehören auch Europcar und Sixt zu den Abnehmern der neuartigen Reinigungsmittel. Zudem kann jetzt jedermann die Sprühflaschen im Online-Shop des Start-ups kaufen.

Auch das Kerngeschäft mit dem mobilen Autoreinigungsservice läuft seit dem vorigen Jahr auf vollen Touren. „Wir nutzen die Zeit unserer Kunden“, sagt Kister. Während der Arbeitszeit oder anderen Terminen können die Putzkräfte geordert werden. Die Preise dafür beginnen bei 19 Euro plus zehn Euro Anfahrtspauschale. Die Säuberung des Innenraums schlägt noch einmal mit 29 Euro zu Buche.

MyCleaner konnte mehrere lokale Carsharing-Unternehmen als Kunden gewinnen, im Vorjahr brachten diese etwa 80 Prozent der Einnahmen. Doch inzwischen buchen auch immer mehr Unternehmen die Dienste für ihre Firmenflotten, darunter die Telekom-Sparte Mobility Solutions, die Baader Bank, Payback, Yahoo und Texas Instruments.

MyCleaner bietet die Dienstleistung unter anderem in Stuttgart, München, Mannheim, Hannover und Karlsruhe an. Frankfurt ist gerade hinzugekommen. Bis zum Jahresende will Kister in allen deutschen Ballungszentren verfügbar sein. Bei der Expansion sind Firmenkunden elementar, um eine Grundauslastung von neuen Mitarbeitern zu gewährleisten.

„Wir suchen immer ein oder zwei Geschäftskunden und sind dann auch für Privatkunden buchbar“, sagt Kister. Um die Expansion zu finanzieren sammelt MyCleaner derzeit Geld auf der Crowdfundingplattform Seedmatch, 85.000 Euro kamen bereits zusammen.

Auch für die Zukunft hat Kister schon einige Visionen. So will er die Buchungssysteme von Carsharingfirmen an seine eigene Bestellplattform andocken.

„Die Systeme könnten dann in bestimmten Intervallen automatisch eine Reinigung buchen.“ Und selbst für Privatkunden könnte im Zeitalter der vernetzten Autos etwas wahr werden, was nicht einmal K.I.T.T, das sprechende Auto aus der Achtziger-Jahre-Kultserie Knight Rider mit David Hasselhoff konnte, schwärmt Kister: „Irgendwann meldet sich das Auto und sagt es wäre wieder eine Reinigung fällig, ich habe schon mal einen Termin reserviert, was hältst Du davon?“