Jeder kennt sie: Zalando, Check24 oder Trivago sind ständig in den Medien und in der Werbung präsent. Doch es gibt auch Gründer, die die große Öffentlichkeit scheuen. Und dafür haben sie gute Gründe. 

Von Louisa Riepe

Wenn Gründer Lars Peters sein Produkt unter die Leute bringen will, dann am liebsten unter freiem Himmel, mit einem selbstgebauten Stand und mit viel Zeit, die Fragen seiner Kunden zu beantworten. So wie zuletzt beim Foodfest auf der Kölner Galopprennbahn: Dann serviert er sein Bananenbrot persönlich, mit Avocadocreme und Ziegenkäse oder mit Gado-Gado Salat und Kokos-Mango. Kommerzielle Werbung oder medienwirksame Auftritte dagegen gibt es bei Bebananas nicht.

Die braucht Lars Peters aber auch gar nicht. 2012 gründete er mit seinem Studienkollegen Tim Gudelj das Start-up Bebananas und verkauft seitdem mit wachsendem Erfolg Bananenbrot in Deutschland. Im Onlineshop hat er 15 verschiedene Sorten im Angebot, von Blaubeere über Dreifachnuss bis Schokolade. Außerdem steht das Bananenbrot in verschiedenen Cafés und Bäckereien in und um Düsseldorf auf der Karte. Dabei gibt es bei Bebananas kein extra Budget für Werbung, die gute Entwicklung geht allein auf Mundpropaganda zurück. Für die Zurückhaltung gibt es einen einfachen Grund: „Wir wollten nicht zu schnell wachsen“, sagt Lars Peters, „wir haben am Anfang beide nebenbei noch studiert und mussten aufpassen, dass wir uns nicht überfordern.“ So konnte Peters verhindern, was schon manchem Gründer passiert ist: Vom eigenen Erfolg überrollt zu werden.

Bananen landen im Brot statt im Müll

Die Geschäftsidee entstand nach dem Bachelor beim Work and Travel in Australien. Bananenbrot  ist dort  so bekannt ist wie hierzulande Brötchen, doch daheim in Deutschland gab es das süße Kuchengebäck nirgendwo zu kaufen. „Dann müssen wir es halt selber backen, wenn wir es zu Hause noch mal essen wollen“,  so die Überlegung, erinnert sich Peters. Ein Crowdinvesting brachte das Geld für die ersten eigenen Backversuche. Dann begann die Suche nach einer Bäckerei, die das Bananenbrot im größeren Stil produzieren konnte.

Der eigentliche Clou am Bananenbrot verbringt sich in den Geheimrezepten der australischen Mütter: „Da stand überall drin, dass man braune Bananen braucht, weil die mehr Süße enthalten. Und da dachten wir uns: Das wäre doch voll geil, um Bananen zu retten.“

Und so bekommen die Gründer ihren wichtigsten Rohstoff, die braunen Bananen, günstig von einem Lebensmittelgroßhandel, der die aussortieren Früchte sonst entsorgen würde. Anfangs waren es zwei Kisten, inzwischen verarbeitet das Start-up jede Woche eine Tonne Bananen, die sonst im Müll gelandet wären.