Mehr Gründerinnen, mehr Neueinstellungen, mehr Zusammenarbeit: Der 5. Deutsche Startup Monitor wurde heute vorgestellt. Das sind die zentralen Ergebnisse. 

Unter Anwesenheit der Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries wurde heute der 5. Deutsche Startup Monitor (DSM) in Berlin vorgestellt. Für die Untersuchung wurden 1.837 Startups, 4.245 Gründerinnen und Gründer sowie 19.913 Mitarbeiter befragt.

“Der Deutsche Startup Monitor bietet Entscheidungsträgern in Politik und Verwaltung eine Orientierungshilfe, um die Bundesrepublik als Gründerstandort zu stärken. Gerade in diesen Tagen, wenn in Koalitionsverhandlungen der künftige Kurs unseres Landes bestimmt wird, sind diese Daten wertvoll. Der 5. DSM zeigt, dass zwei von drei Gründern die Zuwanderung von Menschen aus dem Ausland als Bereicherung für das deutsche Startup-Ökosystem sehen. Start-ups in Deutschland brauchen gut ausgebildete IT-Spezialisten, um weiter zu wachsen und im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Gleichzeitig hat aber jedes dritte Startup Schwierigkeiten bei der Neueinstellung ausländischer Mitarbeiter, insbesondere aufgrund von bürokratischen Hürden. Eine Willkommenskultur, die den Fachkräften den Einstieg in das neue Leben erleichtert und ein bedarfsorientiertes Einwanderungsgesetz sind für den Standort Deutschland unerlässlich. Gerade in Zeiten von Brexit und Protektionismus müssen wir Talente aus aller Welt willkommen heißen”, äußerte sich Florian Nöll, der Vorsitzende des Start-up-Verbandes zur aktuellen Relevanz der Studie.

Das sind die zehn wichtigsten Fakten

1. 82,7% der Startups planen eine (weitere) Internationalisierung. Die wichtigsten Internationalisierungsziele sind dabei Europa, Nordamerika und Asien.

2. Der Anteil von Gründerinnen in deutschen Start-ups steigt das dritte Jahr in Folge leicht auf nunmehr 14,6%.

3.  Neun von zehn Gründern beurteilen ihre Geschäftslage weiterhin optimistisch, werden beim Ausblick jedoch etwas zurückhaltender.

4. Fast ein Drittel aller Startup-Mitarbeiter kommt aus dem (EU-)Ausland. Außerdem stimmen 63,9 % der Gründer (voll und ganz) zu, dass die deutsche Startup- Landschaft durch die Zuwanderung von Menschen aus dem Ausland profitiert.

5. Im Bundestags-Wahljahr ist die FDP unter den DSM-Gründern mit 39,4 % der Stimmen stärkste Partei. Die Top Drei der Erwartungen an die Politik sind für die Start-ups dabei weiterhin klar: Weniger Bürokratie, weniger Steuern sowie mehr Unterstützung bei der Kapitalbeschaffung.

6. Die Start-ups im DSM 2017 schaffen durchschnittlich 13,2 Arbeitsplätze (inklusive Gründer) und planen wieder mehr Neueinstellungen. Durchschnittlich 7,5 Mitarbeiter sollen je Start-up im nächsten Jahr neu eingestellt werden.

7. Die DSM-Start-ups sammelten bis dato knapp 2,1 Milliarden Euro an externem Kapital ein. Ihr weiterer Kapitalbedarf in den kommenden zwölf Monaten beläuft sich auf knapp 1 Milliarde Euro.

8. Die Technische Universität München ist die Top-Gründerhochschule unter den Gründern des DSM 2017, wenngleich sich die Gründer auf viele verschiedene Hochschulen verteilen.

9. Gründungen in der Digitalen Wirtschaft sind weiterhin attraktiv und acht von zehn deutschen Start-ups spüren einen signifikanten Einfluss der Digitalisierung auf ihr Geschäftsmodell.

10. 67,5 % der Start-ups kooperieren mit anderen Startups (2016: 53,4 %). Kooperationen mit etablierten Unternehmen gehen bislang jedoch nur 50,4 % der DSM-Start-ups ein (2016: 70 %).