Eine Smartphone-App, um den Stress während eines Telefonats zu messen? Das verspricht das Start-up Feingold Technologies. Was abenteuerlich klingt, soll die Produktivität steigern.

Das Smartphone von Erik Feingold überwacht dessen Gespräche genauer, als der US-Geheimdienst NSA dies täte. Denn der Unternehmer hat eine App entwickelt und installiert, die bei allen Telefonaten seine Stimmung anhand der Sprache analysiert. So kann er noch nach Monaten prüfen, über welches Gespräch er sich besonders geärgert hat.

„Wir verbessern damit die persönliche Produktivität“, verspricht Feingold. Der Inhalt spielt dabei keine Rolle, der Gesprächspartner wird nicht analysiert; Datenschützer ruft sein Start-up Feingold Technologies also nicht auf den Plan.

„Unsere Stimme transportiert einen Fingerabdruck unseres Denkens“, sagt Feingold. Um den Gemütszustand festzustellen, genügt oft ein Wort. Schon die Art, wie die Mutter den Namen ihres Kindes ruft, kann signalisieren, dass Ärger droht. Auch ein „Hallo“ kann andeuten, dass der Gesprächspartner gestresst ist.

Neben der reinen Sprachanalyse bietet Feingold Technologies mehrere Programme, um Kommunikation zu trainieren. „Man kann sich so auf schwierige Gespräche mit aggressiven Kunden oder demotivierten Angestellten vorbereiten“, sagt Feingold. Er verkauft die Software an Unternehmen; zu den Kunden gehören etwa BMW, die Deutsche Telekom, Boehringer Ingelheim oder die Deutsche Post.