Eine Beratung hat die Start-up-Aktivitäten der Dax-30 untersucht. Die Untersuchung zeigt den Wildwuchs in der Firmenlandschaft, wenn es um die Förderung von Gründern geht.

Wenn es um die reine Anzahl der Initiativen geht, gewinnt SAP: Gleich sieben verschiedene Programme zur Förderung von Start-ups hat die Stuttgarter Unternehmensberatung mm1 bei dem Dax-Konzern gezählt. Mit sechs verschiedenen Programmen folgt die Deutsche Telekom auf Platz zwei dieses Rankings – die Mehrzahl der deutschen Börsenschwergewichte hat zwei oder drei verschiedene Aktivitäten im Angebot.

Im „Start-up und Innovationsmonitor“ hat mm1 untersucht, wie viele unterschiedliche Aktivitäten die großen Konzerne über die Jahre aufgebaut haben – um von der Innovationskraft der jungen Techunternehmen zu profitieren. Unterschieden haben die Berater dabei nach drei Kategorien: So genannte Acceleratoren, die Start-ups auf dem Weg ihres Produktes zur Marktreife helfen, Inkubatoren, in denen neue Geschäftsmodelle verprobt werden und Beteiligungseinheiten, die Finanzmittel gegen Start-up-Anteile tauschen.

Viel Veränderung bei den Programmen

67 verschiedene Programme wurden so identifiziert – etwa die Hälfte davon Acceleratoren, der Rest verteilt sich gleichmäßig auf Inkubatoren und Venture-Capital-Einheiten. Im Detail zeigt sich, dass die meisten Konzerne eine Zweiteilung in Förderung und Finanzierung anstreben, häufig jedoch noch mehrere unterschiedliche Programme mit ebenso unterschiedlichen Markennamen und zum Teil Partnern im Angebot haben. Vier Fünftel aller Programme seien laut mm1 jünger als fünf Jahre, das zeige die Dynamik der Entwicklung.

Zu beobachten war dies auch seit vergangenem Sommer: Zahlreiche Dax- und andere Großkonzerne hatten zuletzt ihre Programme grundlegend überarbeitet. Insgesamt jedoch sind die Firmen unterwegs: 90 Prozent aller deutschen Börsenschwergewichte hätten mindestens ein Programm aufgebaut, zeigt die Untersuchung. „Wir gehen davon aus, dass die Dax-30-Konzerne ihre Programme auch dieses Jahr weiter ausbauen werden“, sagt Volker Scholz, Managing Partner bei mm1.

Umgekehrt heißt das jedoch auch: Bei drei Konzernen haben die Berater keine Start-up-Programm identifiziert. Dabei handelt es sich laut der Auswertung um HeidelbergCement, Infineon und Fresenius. Völlig blank stehen die jedoch nicht da, wie ein zweiter Blick zeigt: Fresenius betreibt mit Fresenius Medical Care Ventures einen Risikokapitalfonds für Investitionen in Healthtech-Start-ups, Infineon scannt ebenfalls den Markt und hat jüngst das dänische Start-up Merus Audio übernommen und HeidelbergCement verweist in eigenen Publikationen etwa auf eine Kooperation mit den norwegischen Start-up EnergyNest.