Das junge Unternehmen vom Bodensee holt sich den ersten strategischen Investor dazu. Mit dem Solinger Messerhersteller sollen neue Produkte entstehen.

Ein Navigationsgerät für die Nahrungszubereitung: So positioniert sich das 2011 in Lindau gegründete Start-up Cuciniale. Temperatursensor, vernetztes Kochfeld und App sollen im Paket dafür sorgen, dass sich der Hobbykoch um Garzeit und Hitze kaum noch kümmern muss. Jetzt hat sich der Solinger Mittelständler Zwilling, der neben Messern auch zahlreiche andere Küchenhelfer produziert, zu 25 Prozent an dem Start-up beteiligt. Die Höhe der Investition gaben beide Firmen nicht bekannt.

In zwei Punkten wollen das Start-up und der 1731 gegründete Traditionshersteller zusammenarbeiten: Zum einen soll das internationale Vertriebsnetzwerk von Zwilling, zu dem unter anderem 500 Verkaufsstätten in Europa und Asien gehören, beim Verkauf der Kochfelder helfen.

Aus Sicht des international tätigen Mittelständlers, der sich vor allem in China als Premiummarke positionieren will, jedoch spannender: Gemeinsam wollen Cuciniale und Zwilling Produkte rund um das „digital assistierte Kochen“ entwickeln – ohne in der ersten Pressemitteilung weiter ins Detail zu gehen. Cuciniale-Gründer Holger Henke hat große Pläne: Das Kochfeld solle eine ähnliche Revolution werden wie die Erfindung der Digitalkamera. „So einfach, wie heute jeder tolle Bilder machen kann, so einfach wird auch das Kochen sein.“

Aktuell können die Geräte vorbestellt werden, ein genaues Auslieferungsdatum wird auf der Homepage nicht genannt. 2016 hatte Cuciniale eine Kickstarter-Kampagne gestartet, um insgesamt 100.000 Euro einzusammeln. Die wurde vom Start-up jedoch mit der Begründung abgebrochen, dass man einen Partner gefunden habe.

Vernetzen von Koch und Computer

Nach eigenen Angaben sind neben Zwilling die vier Gründungsgesellschafter sowie zwei private Investoren an dem Unternehmen beteiligt. Unter den 20 Mitarbeitern sind vier Köche – einer davon mit eigenem Michelin-Stern, sowie Soft- und Hardwareingenieure. Dank des neuen Investors aus Solingen wird die Belegschaft nun weiter wachsen: „Wir werden unser Team vor allem im Marketing und Vertrieb, aber auch in der Produktentwicklung erweitern“, sagt Henke.

Eine vergleichbare Transaktion hatte es im vergangenen November gegeben: Die Bosch-Tochter BSH Haushaltsgeräte hatte zu dem Zeitpunkt die Mehrheit an der Koch-App Kitchen Stories übernommen. Geplant war, das Programm mit BSH-Produkten zu verknüpfen, die über W-Lan angesteuert werden können.