Das Fintech hatte Anfang Oktober seinen Dienst endgültig eingestellt. Jetzt wollen die Mitarbeiter bei einem Kooperationspartner weitermachen.

Umzug statt Umschulung: Die komplette Belegschaft von Cringle, welches kürzlich seinen Dienst endgültig eingestellt hatte, wechselt unter das Dach der Deutschen Kredit-Bank (DKB). Das teilte die Bank heute mit. Von der Friedrichstraße ziehen die 13 Mitarbeiter inklusive der Gründer nun in den Fintech-Hub H:32. Dort hat die zum Juni gegründete Code Factory der DKB ihren Sitz – die Tochtergesellschaft will neue Banking-Lösungen für Geschäfts- und Privatkunden entwickeln.

Die Verbindung zwischen Bank und Start-up existierte schon vorher: Die DKB war der einzige Kooperationspartner von Cringle und bewirbt im Netz immer noch mit einem Video und einem FAQ die App – ergänzt allerdings um einen Hinweis, dass der Service zu Anfang Oktober eingestellt wurde.

Die Macher hätten „Mut zu neuen Technologien und Produkten bewiesen“, lobt die Geschäftsführung der DKB Code Factory die neuen Angestellten. Mit dem Zugang des Cringle-Teams verdoppelt sich die Belegschaft dort auf aktuell 24 Mitarbeiter. Bis zum Jahresende sollen noch acht weitere Stellen besetzt werden.

Suche nach dem passenden Know-how

Wie bei Cringle wolle man „innovative Produkte entwickeln, die viele Tausend Nutzer täglich begeistern“, lässt sich der ehemalige Start-up-Geschäftsführer Joschka Friedag in einer Pressemeldung zitieren. Das Start-up hatte es ermöglicht, über seine App direkte Geldüberweisungen zwischen Privatpersonen zu veranlassen. Damit stand das junge Unternehmen in großer Konkurrenz zu Zahlungsdienstleistern wie etwa Paypal. Im August hatte Cringle dann Insolvenz angemeldet, vor wenigen Wochen folgte dann die endgültige Einstellung des Geschäfts.

Immer wieder sind besonders im Software-Bereich die Mitarbeiter besonders interessant für Mitbewerber und Kooperationspartner. Der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna übernahm etwa vor zwei Jahren das ebenfalls insolvente Berliner Fintech Cookies – mit Verweis auf die „kompetenten Mitarbeiter“ dort.