Wechsel in der Industrie: Das Plattform-Start-up wird Teil des Körber-Konzerns. Zuvor waren die Karlsruher in der Hand eines Robotik-Spezialisten mit großen Plänen – und unterwegs in einem umkämpften Markt.

Die Anteile wechseln von Augsburg nach Hamburg, das Team bleibt in Karlsruhe: Das 2016 gestartete Connyun, das Software für die vernetzte Industrie anbietet, wird vom Technologiekonzern Körber übernommen. Vorher gehörte das Start-up mit aktuell 30 Mitarbeiter dem Robotik-Konzern Kuka, der es gemeinsam mit dem IT-Dienstleister Infosys vor etwas mehr als zwei Jahren aus der Taufe gehoben hatte. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Connyun bietet nach eigenen Angaben eine Plattform an, auf der Daten aus Maschinen und Produktionsanlagen zusammenlaufen und ausgewertet werden können. Das soll Industriebetrieben etwa dabei helfen, besser zu erkennen, wann wichtige Wartungen anstehen.

Mit großen Plänen hatte Kuka das Projekt Connyun 2016 auf den Weg gebracht: Man wolle den Kunden ein „echtes Ecosystem“ bieten, um Optimierungen in Produktions- und Logistikprozesse anzubieten, ließ sich Kuka-Cheftechnologe Christian Schlögel zum Start zitieren

Ringen um die Plattformen

Solche Plattformen für die sogenannte Industrie 4.0 werden allerdings von zahlreichen großen und kleinen Softwarehäusern vorangetrieben. Die Konkurrenz um eine relevante Anzahl von Anbietern und Nutzern für solche Plattformen ist daher groß. Aus der Start-up-Ecke stammen etwa Relayr, die Anfang des Jahres eine umfangreiche Beteiligung der Telekom vermelden konnten, sowie Com2m, bei denen sich IT-Dienstleister Adesso kürzlich die Mehrheit sicherte.

Mit Körber hat jetzt ein Technologiekonzern die Federführung bei Connyun übernommen, der seit einiger Zeit breit in industrienahe Start-ups investiert. Die Unternehmensgruppe mit Sitz in Hamburg ist unter anderem an dem Lagerroboter-Spezialisten Magazino aus München beteiligt. Auch am Berliner Start-up BigRep, das 3D-Drucker für die Industrie entwickelt, hält Körber Anteile.

Das Team von Connyun, das im Umfeld des Forschungsstandorts Karlsruhe angesiedelt ist, soll den neuen Inhaber in allen Geschäftsfeldern unterstützen, lässt sich Körber-Vorstandschef Stephan Seifert in einer Pressemitteilung zitieren.