Mit 75 Studierenden will die Code University im Oktober in den Ausbildungsbetrieb starten. Sie richtet sich an die Digitalwirtschaft und Start-ups.

Viel zu theoretisch: Weil er dem klassischen Informatikstudium nur wenig abgewinnen konnte, hat Thomas Bachem nach dem Abi lieber BWL studiert und sich das Programmieren selbst beigebracht. Mehrere Firmen hat der heute 31-Jährige seither gegründet – nun baut er zusammen mit Manuel Dolderer und Jonathan Rüth eine eigene Hochschule auf. Studenten sollen dort „echte Probleme“ lösen, statt abstrakte Konzepte pauken. Das ambitionierte Vorhaben hat nun eine entscheidende Hürde genommen: Die Senatskanzlei in Berlin hat die Code University als Fachhochschule anerkannt.

Vorausgegangen war in den vergangenen Monaten ein ausführliches Prüfungsverfahren des Konzepts. Berlin wolle die Chancen digitaler Technologien nutzen, sagt Steffen Kracht, Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung. „Hochschulen und Forschungseinrichtungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Deshalb freue ich mich, dass sich die Code mit ihrem innovativen Konzept für Berlin als Standort entschieden hat.“ Starten soll der Betrieb im Oktober mit zunächst 75 Studentinnen und Studenten.

Angeboten werden die Bachelor-Studiengänge „Software Engineering“, „Interaction Design“ und „Product Management“. Anstelle von Frontalunterricht liegt der Fokus auf selbstgesteuertem Lernen. Schon im ersten Semester sollen die Studenten jeweils drei eigene Projekte bearbeiten. Dabei setzt die Uni auf Kooperationen mit Digitalunternehmen. Die Professoren sollen die Rolle von Mentoren übernehmen.

Monatliche Gebühren von 750 Euro

Prominente Unterstützer haben Bachem, Dolderer und Rüth bereits hinter sich versammeln. Zum Kreis der Investoren gehören neben anderen Trivago-Gründer Rolf Schrömges, TV-Juror Frank Thelen sowie der Chef des Inkubators Project-A, Florian Heinemann. Auch Unternehmen wie Otto und Zalando zählen zu den Partnern. Fünf Millionen Euro wollen die etwa 30 Geldgeber in das Projekt stecken.

Studenten müssen für die Ausbildung eigentlich knapp 27.000 Euro zahlen – das sind bei einer Regelstudienzeit von drei Jahren etwa 750 Euro im Monat. Es gibt aber noch ein zweites Finanzierungsmodell, bei dem kein Startkapital notwendig ist. Stattdessen verpflichten sich die Studenten, nach dem Anschluss zehn Jahre lang 6,5 Prozent ihres Einkommens abzuführen. Sie sollen dabei aber nie mehr als das Zweifache eines Studenten mit durchschnittlichem Einkommen zahlen.