Das Start-up dient sich als Helfer bei der Buchhaltung an. Nun wollen die Wiener mit ihrem Cloud-Dienst auch in Deutschland wachsen.

Bewirtungsbelege, Kassenzettel, Lieferscheine: Bei kleinen Unternehmen und Selbständigen beginnt oft kurz vor Abgabe der Steuererklärung die hektische Suche nach Rechnungsbelegen. Ordnung in das Chaos will ChillBill bringen. Das Start-up hat einen „digitalen Schuhkarton“ entwickelt, in dem sich die Dokumente archivieren lassen. Nutzer können ihre Rechnungen per E-Mail oder Smartphone-App übermitteln. Eine Erkennungssoftware extrahiert relevante Daten, sortiert sie automatisch und bereitet diese in einem Dashboard auf. Nun hat das Wiener Unternehmen bekanntgegeben, in einer Finanzierungsrunde einen mittleren sechsstelligen Eurobetrag eingesammelt zu haben.

Zu den Investoren gehört ein Kreis von Steuerberatungen – darunter die KE Steuerberatungs GmbH Salzburg, Europa Treuhand Oberösterreich und Ecovis Austria Wien. Daneben hat das siebenköpfige Start-up auch den ehemaligen Google-Manager Klaus Müller, CEO der Strategieberatung Wictory, für sich gewonnen: „Die Innovation und das Gründerteam von ChillBill haben mich als Business Angel sofort überzeugt“, lässt sich Müller zitieren. „Es löst ein klares Problem einer großen Zielgruppe und wir werden mittels Online Marketing international neue Märkte erschließen.“

Starke Konkurrenz

Expandieren wollen die Gründer Clemens Helm und Wendelin Amtmann noch in diesem Jahr nach Deutschland. Zwar lasse sich der Cloud-Dienst auch bisher schon von Deutschland aus nutzen, erklärt Amtmann, „nur haben wir dort noch keine Partner-Steuerberatungen.“ In Österreich können Nutzer ihre Daten aus ChillBill per Exportfunktion direkt ausgewählten Steuerberatern zur Verfügung stellen.

ChillBill drängt in einen Markt, den in Deutschland schon mehrere Unternehmen mit ähnlichen Produkten besetzen. So bieten sowohl Lexoffice von Haufe-Lexware als auch Fastbill in der Cloud eine komplette Buchhaltungssoftware an. Darüber lassen jeweils auch Rechnungen archivieren. Daten können im DATEV-Format mit Steuerberatungen ausgetauscht werden. Hervorstechen wollen die Wiener mit ihrer selbstentwickelten Rechnungserkennung. Mit Hilfe von Machine Learning-Technologien soll die Software weiter automatisiert werden.