Die Gründer von Caya machen Schluss mit der Papierflut und stellen Briefpost digital zu. Können sie im Elevator Pitch einen Investor von ihrer Idee überzeugen?

Eine halbe Minute mit Investor Felix Haas im Fahrstuhl:
 Wie lautet euer Elevator Pitch?
In Deutschland werden 18 Milliarden Briefe pro Jahr verschickt. Nur in den USA sind es mehr. Wir machen Schluss mit der Papierflut. Und ermöglichen jedem, seine Briefpost nicht analog, sondern online zu empfangen. Das ist bequem für den Privatkunden und spart unseren Unternehmenskunden gewaltige Kosten. Anders als beim E-Post- Brief der Deutschen Post, kann man mit uns sämtliche Briefe empfangen – egal, über welchen Post- dienst. Wir sind eine Art digitaler Leitz-Ordner: Wir sortieren, scannen und archivieren die Post hochautomatisiert. Beim Empfänger kommt kein Papier an.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Alexander war länger im Ausland, als ihn eine Aufforderung vom Finanzamt nicht erreichte. Er konnte nicht rechtzeitig antworten. Und genau so was will man ja vermeiden: Ermahnungen, Amtsbriefwechsel …

Und wie verdient ihr damit Geld? 
In einem unserer Tarife zahlen Kunden eine Flatrate von neun Euro pro Monat. Damit können sie 50 Briefe empfangen. Theoretisch könnten wir so schon dieses Jahr einen Gewinn erwirtschaften – wenn wir nicht in unsere Expansion investieren würden.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple

b) nerdig wie bei Google

c) gnadenlos wie bei Uber

d) …
… wir orientieren uns an Amazons perfektem Kundenservice.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Unser erster Mitarbeiter war eine Frau, die nach der Erziehung ihrer Kinder wieder ins Berufsleben wechseln wollte. Inzwischen leitet sie unser operatives Geschäft. Auch sind unsere zehn Mitarbeiter in vier verschiedenen Jahrzehnten geboren. Und sie sprechen sechs verschiedene Sprachen.

Was war euer größter Rückschlag?

Ein Privatinvestor, der sein vereinbartes Investment wegen eines finanziellen Engpasses nicht aufbringen konnte. Das Geld hatten wir fest eingeplant.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Wir hoffen, dass dann ein signifikanter Teil der Deutschen die Post über uns digital empfängt.

Fakten zum Start-up

Gründer: Ulrike Zietsch, Alexander Schneekloth und Agon Bina
Nutzer: Mehr als 2000
Team: Zehn Mitarbeiter
Investments: Eine halbe Million Euro Privatinvestments

Wie urteilt der Profi?

Idee: 3/5
Geschäftsmodell: 4/5
Timing: 4/5

Urteil: „Die Idee ist nicht neu. Andererseits ist der Markt dafür sehr groß. Mit einem hervorragenden Service kann Caya einen loyalen Kundenstamm aufbauen.“

Felix Haas, Gründer des Onlineticketanbieters Amiando, Investor und Co-Organisator der Gründerkonferenz Bits & Prezels