Der Münchner Immobilienverwalter will die Digitalisierung der Branche vorantreiben – und erhält dafür frisches Kapital von prominenten Geldgebern.

Eine siebenstellige Summe hat sich das Münchner Start-up Casavi in einer neuen Finanzierungsrunde gesichert. Als Geldgeber stehen dahinter unter anderem die Seed-Investoren Bayern Kapital und der High-Tech Gründerfonds. Neu eingestiegen ist laut Pressemitteilung unter anderem ein privater Vermögensverwalter aus dem BayStartUP-Netzwerk.

Das frische Geld will Casavi in digitale Innovationen und weiteres Wachstum im deutschsprachigen Raum stecken. Ziel sei die Marktführerschaft unter den Immobilienverwaltern, teilt der High-Tech Gründerfonds (HTGF) mit. Das 2015 gegründete Start-up mit Sitz in München betreibt eine cloudbasierte Online-Plattform für die Immobilienwirtschaft, auf der sich die wichtigsten Akteure vernetzen können: Eigentümer, Mieter, Verwalter und Dienstleister. Das soll die Kommunikation und Verwaltungsprozesse rund um die Immobilie vereinfachen und beschleunigen. So bündelt Casavi beispielsweise in einer App ein Dokumentenarchiv, Mitteilungen und Formulare zur Schadensmeldung. Dahinter steht ein Software-as-a-Service-Geschäftsmodell.

Neue Technologien noch unterentwickelt

Casavi verfolgt die Vision, künftig auch künstliche Intelligenz einzusetzen. Bislang komme die Technologie in der Immobilienverwaltung noch kaum zum Einsatz. „Unser Ziel ist es, den Automatisierungsgrad signifikant zu steigern, und damit sowohl die Effizienz der Verwaltung als auch die Zufriedenheit der Immobiliennutzer und -eigentümer zu verbessern”, lässt sich Geschäftsführer Peter Schindlmeier in einer Pressemitteilung zitieren. Inzwischen beschäftigt seine Firma 20 Mitarbeiter. Sie wirbt damit, bereits mehr als 200 Kunden in Deutschland, Schweiz und Österreich gewonnen zu haben, die mehr als 600 000 Wohneinheiten verwalten.

Zumindest der HTGF bescheinigt dem Start-up eine kluge strategische Ausrichtung: „Wir sehen enormes Digitalisierungs- und Automatisierungspotential in der Immobilienwirtschaft. Casavi geht den richtigen Weg, um dieses Potential zu erschließen, deshalb sind wir überzeugt, dass sich Casavi nach dem äußerst erfolgreichen Markteintritt auch langfristig am Markt etablieren wird”, so die Einschätzung von Investment-Managerin Kristin Müller.

Proptechs als beliebte Investments

Der HTGF ist als Partnerschaft zwischen staatlichen Einrichtungen und Unternehmen aus der Privatwirtschaft angelegt und finanziert in erster Linie Technologie-Start-ups aus den Branchen Software, Hardware, Healthcare und Chemie. Hinter Mitinvestor Bayern Kapital verbirgt sich die Venture-Capital-Gesellschaft des Freistaats Bayern, die sich hauptsächlich für Deals aus den Bereichen Life Sciences, Software, Werkstoffe und neue Materialien, Nanotechnologie und Umwelttechnologie interessiert.

Sogenannte Proptechs wie Casavi ziehen derzeit enorme Investitionssummen an – im vergangenen Jahr haben die Technologie-Start-ups der Immobilienbranche in Deutschland, Österreich und der Schweiz sogar so viel Wagniskapital eingesammelt wie nie zuvor. Inzwischen sind die Gründer aus dem Bereich mit einer eigenen Fachgruppe im Bundesverband Deutsche Startups vernetzt.