Vom Autovermittler zum Autokonzern: Das Berliner Carsharing-Start-up Carjump gehört jetzt mehrheitlich einem französischen Autokonzern – der Name verschwindet.

“Formerly Carjump”: In Googles Play-Store ist die Namensänderung schon sichtbar geworden. Ab sofort firmiert die Carsharing-App unter dem neuen Namen Free2Move. Damit soll sie eine tragende Säule im neuen Mobilitätsprogramm der PSA-Gruppe spielen. Der französische Autokonzern, zu dem die Marken Peugeot, Citroën und DS gehören, hatte bereits im Dezember die Mehrheit der Anteile an dem Berliner Start-up GHM Mobile Development übernommen, die bislang hinter Carjump stehen. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Außer dem Namen soll sich erst einmal wenig ändern, versichern die Verantwortlichen. Die beiden bisherigen Geschäftsführer Michel Stumpe und Fabian Kofler sollen auch weiterhin die Geschäfte der App leiten. Über die Plattform können Nutzer auf verschiedene Carsharing-Anbieter zugreifen. Dazu gehören unter anderem Multicity von Citroën, ebenso aber auch Car2Go oder DriveNow, hinter denen Daimler und BMW stehen. Die vertraglichen Vereinbarungen mit bestehenden Vertragspartnern würden eingehalten und weiter ausgebaut, beteuern die Gründer. “Die Mission, eine neutrale, anbieterübergreifende Plattform für neue Mobilitätsdienstleistungen zu bauen bleibt dieselbe”, verkündet Michel Stumpe.

Der PSA-Konzern hat unterdessen Großes vor: “Unser Ziel ist es, unseren Kunden die vielfältigsten Mobilitätsdienstleistungen zu ermöglichen – überall und jederzeit”, sagt Brigitte Courtehoux, Leiterin der Connected Services and New Mobility Solutions Business Unit der PSA-Gruppe, “daher sehen wir es als einen wesentlichen Fortschritt, mehrere Anbieter von Mobilitätslösungen und -dienstleistungen in einer einzigen App zu bündeln.” Über die Free2Move-Plattform soll der Nutzer zukünftig Autos, Motorroller und Fahrräder in der Nähe finden, vergleichen und reservieren können. Aktuell ist die App in Deutschland, Österreich, Italien, Schweden, und Großbritannien verfügbar. Spanien, die Niederlande und Frankreich – das Heimatland des PSA-Konzerns – sollen bald dazu kommen.