Bei der Suche nach guten Büchern bieten Amazon und andere Onlinehändler ihre Tipps an. Doch selten findet man, was man sucht. Antonia Besse sorgt für Abhilfe mit ihrem Start-up MyBook.

Im Internet stöbert Antonia Besse bislang ungern nach Büchern. „Bei Amazon kriege ich nur empfohlen, was andere Nutzer gut finden, und nicht, was mir gefällt“, sagt sie. Darum startete sie im Oktober ihr Unternehmen MyBook. Es empfiehlt ebenfalls Bücher – allerdings ohne Algorithmus.

Wer den Service nutzt, muss zuerst zehn Fragen beantworten; neben den Lieblingsautoren und Genres will MyBook wissen, ob man lieber in der Natur, im Bett oder in der Badewanne liest. Soll das nächste Buch verblüffend, anspruchsvoll oder erschreckend sein? Nach rund ein bis drei Stunden verschickt MyBook online die Tipps. Sie stammen von derzeit 20 Experten, darunter frühere Buchhändler, Bibliothekare und Blogger. Dorothee Werner vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels findet die Idee clever: „Die Deutschen mögen Big Data bei Buchempfehlungen immer weniger.“ Der Umsatz im stationären Buchhandel sei 2013 um 0,9 Prozent gestiegen, im Internet dagegen um 0,5 Prozent gesunken.

Besse hat zuvor drei Jahre lang die Marketingabteilung der Ullstein-Verlage geleitet, die sich mehrheitlich an MyBook beteiligt haben. Innerhalb von drei Jahren will die Gründerin nun knapp 150.000 Kunden gewinnen. Derzeit sind 95 Prozent der Nutzer der Frauen. „Künftig wollen wir verstärkt auch Männer ansprechen.“