Elumeo will mit Billigschmuck die Börse aufmischen, die Regiohelden gehen nach Köln und Dropbox in den Norden – aber nicht nach Berlin. Was in dieser Woche wichtig war.
Die Börse bleibt auch in dieser Woche ein beliebter Anziehungspunkt für Start-ups: Startete vergangene Woche das Venture Network der Deutschen Börse, verkündeten in dieser Woche mit der German Start-ups Group und dem Billigschmuck-Anbieter Elumeo gleich zwei deutsche Unternehmen den Schritt auf das Frankfurter Parkett. Was der Börse zu denken geben sollte: Die künftigen Neuemissionslinge brauchten dafür offenbar nicht das neugegründete Netzwerk des Frankfurter Anbieters.

Während die German Start-ups Group und Elumeo die Investoren noch überzeugen müssen, verkündeten einige Unternehmen bereits Finanzierungsvollzug – allerdings nicht auf ganz so hohem Level: Studydrive nahm in einer ersten Finanzierungsrunde zwei Millionen Euro ein, das Hamburger Unternehmen Wundercar schloss seine Serie-A-Finanzierung ab – trotz Fahrverbots in seiner Heimatstadt. Nachdem sich das Start-up auch aus Berlin zurückgezogen hat, bleibt die Frage, wohin das Geld eigentlich fließen soll. Aber Rechtstreits sind ja auch nicht billig.

Beim Thema aneckende Geschäftsmodelle kennt sich auch der Putzdienstvermittler Helpling sehr gut aus. Das von Rocket Internet unterstützte Portal lässt sich von der Kritik aber wenig beeinflussen und will nun bis Ende des Jahres zehn Millionen Euro in das weitere Wachstum in Deutschland stecken. Interessanter Randaspekt: Übernahmen plant Gründer Benedikt Franke hierzulande nicht mehr. Der schmutzige Kampf mit Konkurrent Book A Tiger um die Putzkrone geht offenbar in die nächste Runde.

Kampf um die deutsche Start-up-Hochburg

Konkurrenz bekam diese Woche auch Delivery Hero, das Lieferdienst-Start-up, in das Investoren seit Monaten Millionen pumpen. Den britischen Anbieter Deliveroo scheinen weder die Expansionspolitik des Rocket-Schützlings noch dessen finanziellen Vorteile abzuschrecken: Seit Mittwoch haben dank Deliveroo die Berliner noch mehr Auswahl, wenn sie zu faul zum Ausgehen sind und von der Couch aus Essen ordern wollen. Die klare Ansage von Mitgründer William Shu: „Die Expansion nach Berlin ist ein weiterer wichtiger Schritt auf unserem Weg, der beste Premium-Lieferservice der Welt zu werden.“ Gleichzeitig ließ sich Oliver Samwer in einem dpa-Interview mit den Worten zitieren: „Es gibt hunderttausende Restaurants, Millionen Kunden, und wir haben die Chance gesehen, noch der größte in der Welt werden zu können.“ Ein weiterer Kampf ist eröffnet. Prost Mahlzeit.

Falls Deliveroo noch Hilfe beim lokalen Marketing braucht, könnten die Neu-Kölner von Regiohelden helfen. Das Start-up aus Stuttgart vermeldete diese Woche den erfolgreichen Exit – zumindest zu 90 Prozent. Der Außenwerbespezialist Ströer aus der Domstadt erwarb die Mehrheit an dem jungen Unternehmen. Immerhin: Zehn Prozent bleiben gewissermaßen schwäbisch, sie liegen beim gebürtigen Stuttgarter Feliks Eyser.

Wenn es um deutsche Regionen geht, dreht sich die Start-up-Szene gerne um Berlin. Doch die großen jungen US-Konzerne zieht es eher an die Elbe: Nach Facebook und Google kommt auch Dropbox nach Hamburg, wie das „Hamburger Abendblatt“ erfahren haben will. Auch Twitter weite seine Aktivitäten in der Hansestadt aus, heißt es in dem Bericht weiter. Auch, wenn Berlin sicherlich vorerst die Hauptstadt der Gründer bleibt: Ein bisschen Konkurrenz schadet nicht.