Blue Yonder ist auf Big-Data-Analysen für den Einzelhandel spezialisiert. Bisherige Investoren waren Otto und Warburg Pincus.

Absatzprognosen, dynamische Preise, optimierte Lieferketten: Mit seinen auf künstlicher Intelligenz (KI) beruhenden Datenanalysen hat sich Blue Yonder vor allem im Einzelhandel einen Namen gemacht. Zehn Jahre nach der Gründung bekommt das Karslruher Tech-Unternehmen nun einen neuen Eigentümer aus den USA. Wie Blue Yonder gestern mitteilte, wurde ein Übernahmevertrag mit JDA Software unterzeichnet. Sofern die Wettbewerbsbehörden keine Einwände haben, soll der Deal bereits im August abgeschlossen sein.

Blue Yonder ist seit zehn Jahren auf dem Markt. Das Unternehmen war von Michael Feindt, einem ehemaligen Physiker am europäischen Kernforschungszentrum CERN und Professor am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gegründet worden. Feindt werde auch nach der Übernahme die technologischen Innovationen vorantreiben, teilte Blue Yonder mit. Auch CEO Uwe Weiss soll im Unternehmen bleiben.

Frühzeitiges Investment von Otto

Anteilseigner von Blue Yonder waren neben Feindt bisher Otto und Warburg Pinucs. Der Handelskonzern war bereits kurz nach der Unternehmensgründung bei dem Start-up eingestiegen. Die Private-Equity-Firma kam Ende 2014 mit einem Investment von 75 Millionen Dollar hinzu. Welchen Preis JDA nun für die Übernahme bezahlt, haben die Unternehmen nicht bekanntgegeben.

Der Exit Ottos überrascht insofern, als dass der Konzern zu den wichtigsten Kunden Blue Yonders gehört – und sich stets hochzufrieden mit seiner Minderheitsbeteiligung gab. Allerdings haben die die Hamburger Anfang des Jahres angekündigt, künftig verstärkt auf hauseigene Neugründungen setzen zu wollen.

Die Ausrichtung des neuen Eigentümers passt indes gut zum Tätigkeitsschwerpunkt des Start-ups: Mit den Softwareprodukten von JDA können Unternehmen ihre Lieferketten planen, zudem gibt es spezielle Lösungen für den Handel. Auf die Bereiche zielen auch die Big-Data-Analysen von Blue Yonder. Prominente Kunden der Karlsruher sind neben Otto die Drogeriemarkt DM, der Einzelhändler Kaufland und die britische Supermarkkette Morrisons gehören zu den Referenzkunden der Karlsruher. Aktuell beschäftigt Blue Yonder über 180 Mitarbeiter.