Das Berliner Start-up und seine Gründerin ist in der Szene und der Politik bestens verdrahtet. Eine geplatzte Finanzierungsrunde führte dennoch jetzt in die Insolvenz.

Franziska von Hardenberg wählt blumige Worte: Die Zeit mit Bloomy Days sei eine unglaubliche Reise gewesen, gemeinsam wollte man symbolisch die sieben Weltmeere überqueren – „wohin es nun für uns als nächstes geht, dass weiß nun der Wind.“ Grund für diese Aussagen: Ihr Start-up Bloomy Days, ein Online-Dienst für Blumenlieferungen, meldete gestern beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Insolvenz an. Über die vorläufige Pleite des Unternehmens hatte zuerst Gründerszene berichtet.

In einem Brief auf ihrer Homepage wandte sich Mitgründerin von Hardenberg an die Öffentlichkeit. Der Hintergrund für die Insolvenzanmeldung: Die Finanzierungsstruktur – „die uns immer wieder vor größte Herausforderungen gestellt hat“ – sei gescheitert. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Torsten Martini bestellt. Auf der Homepage von Bloomy Days war bis zum Donnerstagmorgen nichts von der Insolvenz zu lesen, auch Bestellungen wurden vorerst noch angeboten. Ziel sei es, das Start-up zu restrukturieren und Arbeitsplätze zu sichern, schreibt von Hardenberg.

Hoffnung auf schwarze Zahlen

Das 2012 gegründete Bloomy Days hatte sich anfänglich darauf spezialisiert, Abos für Blumenlieferungen zu verkaufen. Im Laufe der Zeit wurde das Angebot auch um den Verkauf einzelner Sträuße und zuletzt um Angebote für Geschäftskunden erweitert. Im vergangenen Jahr hatte von Hardenberg gegenüber Wiwo Gründer noch die Hoffnung geäußert, bald profitabel arbeiten zu können. „Wir waren also auf dem richtigen Weg, nur vielleicht einfach etwas zu früh“, resümiert von Hardenberg jetzt in ihrem offenen Brief. Auf dem Markt versuchen sich auch andere Start-ups sowie die etablierten Filialisten aus dem Blumenhandel.

Anfang dieses Jahres hatten Bloomy Days und von Hardenberg für Aufsehen gesorgt, als sie gemeinsam mit Door2Door-Gründer Tom Kirschbaum ein Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Start-up-Unternehmern initiierte. Geworben hatte die Gründerin dabei vor allem für eine bessere digitale Bildung und vereinfachten Zugang zu Wachstumskapital für Gründer.