Ein ähnliches Konzept wie der Bundesverband Deutsche Start-ups hat „get started“, ein Unterverband der Bitkom, der etwa 300 Unternehmen der Digitalwirtschaft umfasst. Einige Start-ups sind in beiden Verbänden Mitglied.

Gründerverband: Praktische Unterstützung ganz am Anfang

Wer als Gründer noch ganz am Anfang steht und vor allem praktische Tipps für den Gründungsprozess haben möchte, könnte beim „Deutschen Gründerverband“ richtig sein. Der Verband richtet sich anders als die beiden zuvor genannten Vereine nicht an Start-ups mit ungewöhnlichen Ideen, sondern an Gründer mit marktbewährten Produkten oder Dienstleistungen, zum Beispiel Designer, Friseure, Schreiner und Physiotherapeuten. Der Finanzierungsbedarf sollte zwischen 25.000 und 200.000 Euro liegen.

Die Kernleistung des Verbandes besteht darin, den Gründungsprozess in einer Hand zu bündeln. Dafür haben die Verbandsinitiatoren einen standardisierten und ISO-zertifizierten Gründungsprozess entwickelt, smartgründen® genannt. „Wir haben mit allen an einer Gründung beteiligten Stakeholdern wie Steuerberatern und Kapitalgebern gesprochen und darauf aufbauend verschiedene Tools entwickelt“, erläutert Vorstandsmitglied Ruth Schöllhammer. Die Tools dienten zum Beispiel der Standort-Analyse, dem Erstellen eines Businessplans und dem Testen der eigenen Persönlichkeit, um schnell persönliche Schwachstellen zu erkennen. Jeder Gründer wird von einem Berater individuell begleitet. Der Gründer muss Verbandsmitglied sein; der Berater (zum Beispiel Steuerberater) Lizenznehmer von smartgründen.

Laut Verbandsinformation benötigen Mitglieder mit dem Konzept unter 90 Tagen statt neun Monate wie der durchschnittliche Gründer. Allerdings stammen die Zahlen zunächst nur aus Pilottests mit etwa 100 tatsächlich begleiteten Gründern und weiteren 700 Simulationen, bei denen von Banken erhaltene Businesspläne als Input dienten. Wirklich an den Markt gehen soll das Angebot erst im Spätsommer oder Frühherbst. Interessierte Gründern können sich dennoch schon als „vorläufiges Mitglied“ registrieren lassen.

Die Mitgliedschaft im Verband kostet wie beim Start-up-Verband 120 Euro im Jahr. „Das zusätzliche Honorar für die konkrete smartgründen-Beratung verhandelt jeder Berater selbst mit seinen Kunden“, so Schöllhammer.