Der Konzern nimmt sechs weitere Jungunternehmen in sein Accelerator-Programm auf. Auch eine deutsche Tech-Firma konnte sich international durchsetzen.

Smartphone, Datenplattformen oder Apps: Auf den ersten Blick haben diese Produkte wenig Berührungspunkte mit dem traditionellen Pharmageschäft von Bayer. Doch der Leverkusener Konzern hat jetzt gezielt sechs internationale Start-ups für sein Accelerator-Programm ausgewählt, die die Palette an herkömmlichen Medikamenten ergänzen: “Digitale Lösungen sind essentiell, wenn wir Innovationen in einer sich verändernden Gesundheitsbranche vorantreiben wollen”, sagt Bayer-Vorstand Dieter Weinand.

Die ausgewählten Start-ups erhalten vom Konzern nun 50.000 Euro und 100 Tage Zeit, um in Büros von und im Austausch mit Bayer die Produkte weiterzuentwickeln. Dabei sind unter anderem das israelische Start-up Agamon, welches eine Plattform entwickelt, auf der Gesundheitsdaten aus verschiedenen Quellen zusammengeführt werden sollen. Das britische Start-up OME entwickelt eine Smartphone-App, mit der Nutzer sich vor möglichen Gesundheitsrisiken schützen können.

Hoher Puls bei Healthtech-Start-ups

Unter 1800 Bewerbern aus 100 Ländern konnte sich am Ende auch ein deutsches Start-up durchsetzen. Zencorlabs aus der Nähe von Berlin entwickelt eine Kombination aus Smartphone-Anwendung und einer Pfeife. So soll der Herzschlag sowohl in der Ruhephase als auch während einer Anstrengung gemessen werden – und so Hinweise auf mögliche Herzprobleme geben.

Mit dem Investment in digitale Gesundheits-Start-ups ist Bayer nicht alleine. Auch der Darmstädter Konzern Merck fördert in seinem Accelerator regelmäßig junge Tech-Unternehmen. Seit etwa einem Jahr ist zudem der Company Builder Heartbeat Labs in Deutschland unterwegs, der Start-ups aus dem Gesundheitsbereich mit anstößt oder sich an jungen Firmen beteiligt.

Die Bandbreite von Start-ups im Gesundheitsbereich ist dabei groß: Auf dem Markt unterwegs sind etwa Biotech- oder Pharma-Entwickler, die aufgrund langer Entwicklungszyklen häufig einen hohen Finanzierungsbedarf mitbringen. Daneben gibt es zahlreiche Unternehmen, die mit einer Mischung aus Software und Hardware etwa bei der Überwachung von Körperfunktionen assistieren wollen. Auf einen Schub hofften zuletzt Telemedizin-Start-ups – hier wurden im Frühjahr regulatorische Hürden aus dem Weg geräumt.