Lässt sich mit Brotbacken Geld verdienen? Diese Start-ups sind davon überzeugt.

Von Natalie Mayroth

3200 verschiedene Brotsorten gibt es in Deutschland, so viele wie in keinem anderen Land der Welt. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der Bäckereien in Deutschland allerdings auf rund 12.000 halbiert, jede Woche geben durchschnittlich neun Betriebe auf. Doch gleichzeitig gibt es eine Reihe von Start-ups, die im guten alten Bäckerhandwerk reüssieren wollen – und zwar mit völlig unterschiedlichen Konzepten.

Als erstes Brot-Start-up öffnete Brotliebling im November 2012 seinen Online-Shop. Die Einstiegsidee der Geschwister Johannes und Martin Arning: Sie wollten individuelle Backmischungen verkaufen, zusatzstofffrei und in Bioqualität.

Produziert wird in Werkstätten für Menschen mit Behinderung. 2014 stellten die Gründer auf den Vertrieb auf Backsets, Aufstriche und Zubehör rund ums Backen um. Mit Erfolg: In diesem Jahr haben sie auf vier Festanstellungen aufgestockt. Ein weiterer Geschäftsbereich soll durch den Weiterverkauf an Einzelhändlern und durch individualisierte Verpackungen erschlossen werden.

Kunden kennen das: Wenn Brot zu lange lagert, verliert es an Aroma. Ein Argument fürs Selberbacken, findet Mona Glock. Deshalb startete die Ernährungswissenschaftlerin im März 2015 die Website MixDeinBrot. Dort legt sie den Fokus auf Dinkelprodukte, Einkorn und Emmer – gewissermaßen die Vorfahren des heutigen Weizens, allerdings mit höherem Nährstoffgehalt.

Zudem gibt es die Option einer individuellen Brotzusammenstellung durch den „Brot-Mixer“. Finanziert wird die Seite aus eigenen Mitteln sowie der ihrer Familie. Zunächst war Glock in Teilzeit als Lebensmitteltechniker beschäftigt. Sie hat sich aber nach eigener Aussage bewusst gegen eine Promotion entschieden – und für ein eigenes Unternehmen.