Axel Springer und ProSiebenSat.1 planen eine Investitions-Fusion, Schäuble bringt die Start-up-Szene gegen sich auf und GoButler krallt sich den nächsten Promi. Was in dieser Woche wichtig war.

Mini-Fusion: Springer und ProSieben haben zwar ihre Fusionspläne abgeblasen, dafür wollen die beiden Medienriesen jedoch bei ihren Start-up-Aktivitäten intensiv kooperieren. „Geplant sind gemeinsame Investitionen in Unternehmen und Fonds, eine Vernetzung der Inkubations- und Accelerator-Programme sowie Media-for-Equity-Investitionen“, schreiben die Konzerne dazu in einer Pressemitteilung. Wie das im Detail aussieht und wann es genau losgeht ist noch unklar, doch die zweite Jahreshälfte dürfte in dieser Hinsicht spannend werden.

Für die Start-up-Szene noch wichtiger sind neue Gesetzpläne des Bundesfinanzministers zur Investmentbesteuerung. Schäuble stößt damit sogar viele Parteikollegen vor den Kopf, die den Plan als „Anti-Angel-Gesetz durch die Hintertür“ massiv kritisieren. Die minimalen Förderfortschritte der letzten Zeit wie der Wagniskapitalzuschuß würden konterkariert, Investoren wie Frank Thelen warnen vor einem massiven Einbruch der Angel-Finanzierungen. Bis September werden die Weichen gestellt. Dann könnte sich übrigens auch beim lang erwarteten Venture-Capital-Gesetz etwas tun: Nach Informationen des „Handelsblatts“ herrscht in Regierungs- und Koalitionskreisen jedenfalls „vorsichtiger Optimismus“.

Berlin zieht Start-ups an, GoButer die Promis

Noch aber boomt die Start-up-Szene. Berlin hat weltweit das am schnellsten wachsende Ökosystem, wie eine aktuelle Studie von Compass zeigt. Und so lockt die Gründerhauptstadt auch prominente Investoren: Schauspielstar Ashton Kutcher ist gerade bei GoButler eingestiegen. Bleibt beiden zu wünschen, dass Ashton diesmal mehr Glück mit seinen Berlin-Investments hat als in der Vergangenheit.

Der Boom der Start-up-Szene macht sich gerade auf dem Automarkt bemerkbar. Nicht nur plant das Gebrauchtwagenportal Sellanycar.com den Sprung nach Deutschland und will mal eben 100 Millionen Euro einnehmen. Auch vermeldete Carjump den Einstieg diverser Business Angel, unter ihnen Florian Heinemann von Project A und der Home24-Gründer Philipp Kreibohm. Sie sollen eine hohe sechsstellige Summe investiert haben. Rockets Carspring, ein Konkurrent von Sellanycar.com, erhielt bereits am Dienstag drei Millionen Euro von anonymen Investoren. Das Wettrennen um den Automarkt im Netz hat begonnen.

Was auf dem Online-Automarkt gerade erst beginnt, ist bei den Putzportalen schon im vollen Gange: der Kampf um Marktanteile. In dieser Woche entschied Book A Tiger die Runde für sich: Neben einer siebenstelligen Finanzierungsrunde verkündete das Berliner Start-up die Übernahme des Deutschlandgeschäfts von Homejoy. Im Kleinkrieg um Marktanteile mit Konkurrent Helpling dürften die Lieferheld-Gründer damit Boden gut gemacht haben.

Es gibt in Berlin einen neuen Inkubator: Warpspeed Ventures von Home24-Mitgründer Felix Jahn und den Auto1-Group-Machern. Erste sind Projekte sind McMakler und HeavenHR. Dabei ist die Landschaft der Inkubatoren schon unübersichtlich genug, auch ihre Leistungen sind teils unklar, wie auch eine neue Studie belegt.

Der Chef des türkischen Essenslieferdienstes Yemeksepeti hat seine Angestellten beglückt. Nachdem das Start-up für mehr als eine halbe Million Dollar von Delivery Hero geschluckt worden war, schüttet Nevzat Aydin 27 Millionen aus. Für jeden der 118 Mitarbeiter fast 230 000 Dollar – nicht schlecht bei einem bisherigen Monatsverdienst von 1000 bis 2000 Dollar.