Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah hat ein Startup gegründet. Mit Bside Me will er Prominenten eine Alternative zu Facebook & Co. bieten.

Während der WM sind die Facebook- und Twitter-Einträge von Fußballstars allgegenwärtig, schon ist die Rede von der „ersten Social-Media-WM“. Das freut viele Fans und beschert den Netzwerken Werbeeinnahmen, die Stars selbst profitieren finanziell jedoch nicht. Das will Burkhard Mathiak ändern. Er war früher Fanbetreuer und Mitarbeiter in der Pressestelle von Schalke 04, wo er auch den Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah kennenlernte. Nun haben sie das Start-up Bside me gegründet und entwickeln mit den Mitgründern John Fox, Markus Rupprecht und Anja Odenthal Smartphone-Apps für Prominente. Diese können darüber steuern, welche Fotos oder Beiträge bei Facebook oder Twitter veröffentlicht werden – oder aber vorab und exklusiv nur in der App selbst.

„Wir bieten Prominenten damit die Möglichkeit, mit ihren Social Media Aktivitäten Geld zu verdienen“, sagt Mathiak. Denn im Gegensatz zu den sozialen Netzwerken werden die Promis an den Werbeeinnahmen beteiligt. Vor allem für Olympiateilnehmer, die viele Fans aber wenige Werbeverträge haben, könnte das interessant sein. Unternehmen können zudem in verschiedenen Apps mit mehreren Prominenten werben. Vorhandene Sponsoren lassen sich  integrieren und eventuelle Konkurrenten individuell ausschließen.

Die erste App wurde für Asamoah selbst entwickelt, als nächstes folgen Handball-Hoffnungsträger Christian Dissinger und der frühere Fußballnationalspieler Jens Nowotny. „Das Feedback ist extrem positiv, wir führen zahlreiche Gespräche“, sagt Mathiak. So hat Bside Me auch eine bekannte Tatort-Kommissarin, einen Boxweltmeister, einen mehrfachen Olympiasieger und sogar einen bekannten Unions-Politiker an der Angel.

Funktionieren kann das Konzept aber nur, wenn die Apps tatsächlich mehr bieten als, die Facebookseiten der Promis. Geplant ist beispielsweise ein direkterer Draht zu den Fans, die beispielsweise personalisierte Nachrichten per SMS bekommen können.

Zudem gibt es die Möglichkeit direkt per Sprachaufnahme Nachrichten an Asamoah zu richten. Doch sonst sieht es in der App des Mitgründers derzeit noch mau aus: Die Fotos stammen von Facebook und ausgerechnet der Bereich „Aktuelles“ und das WM-Tagebuch sind noch leer. Auf die per App vor einigen Tagen gestellte Frage warum und wann sich das ändert hat Asamoah bislang nicht geantwortet.