Mit einer Software zur Texterkennung überzeugt das Start-up aus Österreich bekannte Investoren wie die Swarovskis und ARM-Mitgründer Hermann Hauser.

Buchstaben und Zahlen mit dem Smartphone scannen? „Das ist nichts Besonderes“, dachte der App-Entwickler Lukas Kinigadner als ihn das Start-up mySugr um den Einbau einer solchen Funktion bat. Die Österreicher haben eine App für Diabetiker entwickelt und wollten, dass diese auch die Blutzuckerwerte direkt von den Messgeräten scannen können, statt sie einzeln abzutippen. „Doch das ist brutal schwierig“, merkte Kinigadner. Die Zahlen sind sehr klein und die Spiegelungen der Displays erschweren das Ablesen.

Mit seinem Start-up Anyline entwickelte er daher eine eigene Texterkennungssoftware, die in verschiedenste Apps eingebaut werden kann. Die funktioniert so gut, dass E.On und andere Energieversorger sie für Apps zum Ablesen von Stromzählern nutzen. Weitere Kunden sind Red Bull und Karlsberg: Sie setzen die Anyline-Technik für Gewinnspiele ein, bei denen Zahlen- und Buchstabencodes in Kronkorken gescannt werden müssen.

Als nächstes will Kinigadner die Technologie auch in Augmented-Reality-Brillen einbauen. Kürzlich hat er die Hololens von Microsoft bekommen und mit der nächsten Entwicklung begonnen. Daran glauben auch bekannte Geldgeber: Zu den Investoren gehören Kristallmogul Gernot-Langes Swarovski und der bekannte östereichische Business Angel Hansi Hansmann. Gerade ist auch Hermann Hauser eingestiegen. „Das war für uns ein Ritterschlag“, sagt Kinigadner. Denn Hauser ist einer der wichtigsten Tech-Unternehmer der Alpenrepublik, er hat einst den gerade für 28 Milliarden Euro verkauften Chipriesen ARM mitgegründet.

Steckbrief
Anyline
Gründer: Jakob Hofer, Lukas Kinigadner (Foto), Daniel Albertini, David Dengg
Gründung: 2013
Sitz: Wien
Mitarbeiter: 26
Umsatz: in diesem Jahr sind 700 000 Euro geplant
Investoren: bekannte Unternehmer wie Gernot Langes-Swarovski haben mehr als zwei Millionen Euro gegeben