In Berlin wurden Ferienwohnungen verboten – ein schwerer Schlag für manches Start-up. Wegen drohender Strafen geht der Airbnb-Konkurrent 9Flats nach Singapur.

Mit Umzügen kennt sich Roman Bach aus. Ende 2013 verlegte er den Sitz seines Unternehmens 9Flats von Berlin nach Hamburg. Der Schritt war eine Reaktion auf ein Gesetzesprojekt, das Ferienwohnungen in der Hauptstadt untersagte. Genutzt hat der auch als Protest gedachte Schritt wenig, nach einer Übergangsphase ist das so genannte Zweckentfremdungsverbot Anfang des Monats nun endgültig in Kraft getreten. Mit dem Gesetz will das Land Berlin verhindern, dass normale Wohnungen als Ferienwohnungen angeboten werden. Es verbietet die Nutzung als Ferienwohnung, nur die Vermietung einzelner Zimmer ist erlaubt.

Das Verbot richtet sich vor allem gegen Airbnb, doch dessen deutsche Konkurrenten wie 9Flats oder das Rocket-Start-up Wimdu werden beinahe noch stärker getroffen. „Ich kann mein Unternehmen so nicht weiterführen“, sagt 9Flats-Chef Roman Bach. Denn laut Gesetz können Vermieter aber auch Vermittler mit Ordnungsgeldern von bis zu 100 000 Euro belangt werden – pro Wohnung. „Ich fürchte, dass uns Bußgelder in Millionenhöhe zugestellt werden“, sagt Bach. In fünf Jahren sei das von Stephan Uhrenbacher gegründete Unternehmen profitabel geworden, doch nun fürchtet er eine „Insolvenz per Gesetz“.

Airbnb könne sich durch seinen Sitz in den USA dem Vollzug der Regeln entziehen, schimpft der Gründer. Daher geht 9Flats nun einen ungewöhnlichen Schritt: Das verlagert sein Geschäft nach Singapur. Dazu verkauft das Start-up den Kern seiner Geschäftsaktivitäten, von der Plattform bis zu den Markenrechten, an eine neu gegründete Gesellschaft. Entlassungen soll es möglichst nicht geben, die etwa 30 Mitarbeiter der 9 Flats GmbH arbeiten künftig als Dienstleister. Bach selbst wird jedoch nicht mehr CEO der Firma sein – dafür ist er nun Director der 9flats PTE Ltd. in Singapur.