Den Gewürzmarkt in Deutschland kontrolliert das Traditionsunternehmen Fuchs. Wie die Start-ups Ankerkraut und Just Spices dem Gewürzmogul Konkurrenz machen wollen.

Von Laura Waßermann

Eine Prise Salz, drei Umdrehungen aus dem Pfefferstreuer, zwei Chili-Schoten: Sind Gewürze erstmal im Abendessen, denken die meisten nicht weiter darüber nach. Tatsächlich schwören nicht nur Starköche wie Alfons Schuhbeck oder Johann Lafer auf den Geschmack von Salz und Pfeffer.

In jedem Privathaushalt gibt es ein Regal voller Döschen mit natürlichen Geschmacksverstärkern: Paprika für Chili-con-Carne-Fans, Anis für Glühweintrinker, Zimt für Weihnachtsplätzchen-Liebhaber, Oregano für Pizza-Süchtige. Auf vielen dieser Dosen steht ein Name: Fuchs.

Das 1952 von Dieter Fuchs gegründete Unternehmen kontrolliert 75 Prozent des Marktes in Deutschland.

Das will zum Beispiel Ole Strohschnieder ändern. Wenn man ihn nach Konkurrenz in der Gewürzbranche fragt, steht er auf, geht zu einem Flipboard und malt einen Kreis. Den unterteilt er in zwei Hälften, die größere Hälfte ist sehr viel größer als die andere. Dort hinein schreibt Strohschneider: Fuchs.

Jährlich werden mehr als 100.000 Tonnen Gewürze nach Deutschland importiert, zumeist aus Spanien, Brasilien oder Vietnam. Gewürzhändler hierzulande bringen die aus den Importen hergestellten Mischungen in den Handel – um dann die Schränke der Verbraucher zu belagern. Damit macht alleine Fuchs etwa 500 Millionen Euro Umsatz im Jahr.

Das Geschäftsmodell ist eigentlich simpel: Rohware von Gewürzen wie Paprika, Zimt, Muskat, Ingwer und Co. einkaufen, nach eigenem Rezept verarbeiten, abfüllen, vertreiben. Die Idee ist bei jedem Gewürzhändler gleich – aber die Umsetzung nicht. Und hier setzen die Start-ups an.