Start-ups haben im vergangenen Jahr eine Rekordsumme von knapp 3,1 Milliarden Euro eingesammelt – doppelt so viel wie im Vorjahr, wie eine Analyse zeigt. 

“Deutsche und ausländische Investoren nehmen zunehmend deutsche  Internet- und Technologie-Start-ups ins Visier”, sagte Peter Lennartz, Partner bei Ernst & Young, die die Erhebung gemacht haben. Wachsende Risikobereitschaft und Anlagedruck sowie  starke Schwankungen an den Aktienmärkten und anhaltend niedrige Zinsen würden vor allem junge Technologieunternehmen zu reizvollen  Investitionszielen machen. Erfolgreiche Übernahmen wie der Kauf der  Devisenhandelsplattform 360T durch die Deutsche Börse oder der  Berliner 6Wunderkinder durch Microsoft hätten den Investitionsboom  zusätzlich befeuert.

Das größte Potenzial werde derzeit Startups aus den Bereichen E-Commerce, FinTech und Big Data zugesprochen, so Lennarz. “Hier wird  das meiste Geld investiert, und hier haben Jungunternehmen die besten  Chancen, Risikokapital einzuwerben.” Auch bei Großkonzernen wüchsen die Investment-Aktivitäten.

Berlin hat am meisten von der wachsenden Bereitschaft der Investoren profitiert. Allein 2,1 Milliarden Euro flossen demnach in Startups in der Hauptstadt.
Auch im europäischen Vergleich lag Berlin im Städte-Ranking den Erhebungen zufolge vorn, gefolgt von London (1,7 Mrd Euro), Stockholm  (992 Mio Euro) und Paris (687 Mio Euro). Auf den Plätzen fünf und sechs rangieren Hamburg mit 296 und München mit 206 Millionen Euro. Die Investitionen beliefen sich mit insgesamt 11,8 Milliarden Euro um 56 Prozent höher als noch im Jahr 2014.