Das Münchener Start-up gewinnt mit seinem Vertical-Farming-Konzept den Lichthersteller als strategischen Investor. Beteiligt sind außerdem Tengelmann Ventures und Kraut Capital.

Ob Salate, Gemüse oder Kräuter: Geht es nach agrilution, bauen wir zahlreiche Pflanzen bald selbst an – in der eigenen Küche. Das Münchener Start-up hat einen intelligenten Gewächsschrank für zu Hause entwickelt. Ähnlich wie ein Kühlschrank fügt sich der Plantcube nahtlos in die Einbauküche ein. Von der Idee haben die Gründer Maximilian Loessl und Philipp Wagner nun Osram überzeugt. Der Lichtspezialist hat über seine Venture-Capital-Einheit Fluxunit eine strategische Minderheitsbeteiligung erworben.

„Aufgrund seines innovativen Geschäftsmodells passt agrilution perfekt zu Osram. Gleichzeitig kann Osram mit seiner Licht- und Horticulture-Expertise zur Weiterentwicklung von agrilution beitragen“, sagte Ulrich Eisele, Geschäftsführer von Osrams Fluxunit. Osram hat für Horticulture-Anwendungen, also für den Anbau von Pflanzen in Gewächshäusern oder Innenräumen, speziell entwickelte Lichtlösungen im Sortiment. Sie sollen das Pflanzenwachstum stimulieren und steuern. Auch der von dem Start-up entwickelte Gewächsschrank beinhaltet spezielle LED-Technologie von Osram. Neben Osram sind unter anderem Tengelmann Ventures und Kraut Capital an agrilution beteiligt.

Anbau auch ohne Fachwissen

Agrilution verspricht, dass mit Plantcube der Pflanzenanbau auch ohne grünen Daumen gelingt. Die Smart-Home-Anwendung erkenne das eingelegte Saatgut und sorge für optimale Wachstumsbedingungen. Bewässerung, Temperatur und Beleuchtung sollen automatisch geregelt werden. Erste Modelle des Plantcube wurden bereits ausgeliefert, verriet Geschäftsführer Lössl im Dezember dem Portal Munich Startup. Weitere Vorbesteller sollen im Oktober beliefert werden. Das Geschäftsmodell sieht vor, dass agrilution durch den fortlaufenden Verkauf von Saatgut, das sich in biologisch abbaubaren Matten befindet, kontinuierlich Geld verdient.

Die Idee des sogenannten Vertical Farming treibt zunehmend Gründer um. So hatte in der Fernsehshow „Die Höhle der Löwen“ Ende des vergangenen Jahres das Start-up Botanic Horizon auf sich aufmerksam gemacht. Das Bepflanzungssystem sollte hängende Gärten in den eigenen vier Wänden ermöglichen – bei den Löwen fiel die Idee aber durch. Auch Konzerne entdecken den Trend für sich. So hat der Möbelriese Ikea im März eine Bauanleitung für einen bepflanzbaren Holzpavillion ins Netz gestellt. Für Indoor-Gärtner ist dieser angesichts der Maße von 2,8 mal 2,5 Meter aber  weniger geeignet.