In einem dreimonatigen Programm sollen B2B-Start-ups in Berlin auf ein neues Level gehoben werden. Dafür verlangen die Veranstalter eine Beteiligung.

Bis Mitte Juni können sich junge Unternehmen für ein neues Accelerator-Programm in Berlin bewerben, für das der Softwarekonzern SAP mit dem globalen Netzwerk Techstars zusammenarbeitet. Gesucht werden Start-ups, die sich auf das Firmenkundengeschäft spezialisieren. Im Fokus stehen dabei Softwarelösungen für Unternehmen, neugierig sei man besonders auf innovative Konzepte rund um Machine Learning und Blockchain, teilt SAP mit. Der sogenannte SAP.io-Fonds solle dazu dienen, in Unternehmer zu investieren, die an Software basteln, die Industrien verändern könne, sagt SAP-Chefstratege Deepak Krishnamurthy.

Interessierte Start-ups müssen sich in einem ersten Schritt mit genauen Kennzahlen zum aktuellen und zukünftigen Geschäft präsentieren. Wer in das Programm aufgenommen wird, erhält 120.000 US-Dollar im Tausch gegen sechs bis zehn Prozent der Unternehmensanteile. Die räumliche Basis stellt Techstars in Berlin zur Verfügung. Das Netzwerk unterstützt unter anderem auch das Accelerator-Programm des Handelskonzern Metro. Die Gründer im neuen SAP-Programm sollen auch eng mit dem Techstars-Center für das Internet der Dinge in New York sowie dem Inkubator Junction in Tel Aviv verknüpft werden. Die ersten Teilnehmer des dreimonatigen Programms sollen im Dezember starten.

Der neue Accelerator ist Teil einer umfassenden Start-up-Offensive des Walldorfer Software-Riesen SAP. Insgesamt 35 Millionen US-Dollar will das Unternehmen in den neuen SAP.io-Fonds investieren. Als erstes Unternehmen profitiert das amerikanische Unternehmen Paradata von einer finanziellen Förderung, gab SAP gestern bekannt. Im vergangenen Jahr hatte der Softwarekonzern in Berlin ein SAP Lab eröffnet, das bei der Arbeit an Innovationen auch mit der Start-up-Szene in der Hauptstadt zusammenarbeiten soll.