Die Menschheit verschwendet Jahr für Jahr enorme Mengen an Rohstoffen. Start-ups finden nachhaltige Lösungen für die Wegwerfgesellschaft – suchen aber noch nach dem eigenen Modell.

Von Susanne Schwarz

Ein hektischer Morgen, ein bekanntes Problem: In aller Eile noch den letzten Schluck Kaffee heruntergeschluckt, schnell den Hausschlüssel gegriffen, raus auf die Straße und eine Schrecksekunde später der knirschende Knall, den das Mobiltelefon beim Aufprall auf das Kopfsteinpflaster verursacht. Schon zieht sich ein Netz aus Rissen über das Display.

Was folgt, ist häufig Stress. Schon der Gedanke an den anstehenden Vergleich vor der Suchmaschine! Wer kann das Gerät reparieren? Wie lange dauert das? Kann ich das nicht vielleicht selber? Und: Lohnt sich die Reparatur im Vergleich zum Neukauf? Oder soll man das kaputte Gerät direkt entsorgen – Daten löschen, SIM-Karte raus und ab in den Müll?

Das Berliner Start-up kaputt.de will das Problem vereinfachen. Die gleichnamige Website beherbergt ein Vergleichsportal. Dort sucht man sein Handy in einer Auswahl, gibt den Defekt an sowie in welcher Stadt man sich befindet – und kaputt.de sucht verschiedene Reparaturanbieter heraus. Oft stehen auch schon Detail-Infos wie der Preis daneben. Wer nicht selbst in einen Laden gehen will, kann auch nach Diensten suchen, die vorbeikommen. Außerdem gibt es Anleitungen zum Selbstreparieren und Hilfe beim Ersatzteilbestellen.

Eine wichtige Ergänzung: Falls das Handy wirklich nicht mehr zu retten ist, zeigt kaputt.de Gebrauchtangebote desselben Telefonmodells an – und was man mit seinem Elektroschrott machen soll. Nur 40 Prozent dessen werden in Deutschland zurzeit richtig entsorgt, nämlich nicht im Restmüll, sondern bei Elektronikhändlern oder direkt auf Wertstoffhöfen.

Ein Problem für Umwelt und Klima: In den Geräten stecken wertvolle und teils seltene Rohstoffe, wie zum Beispiel Kupfer, Aluminium, Gold oder Neodym. Nun ist es aber so, dass die Menschheit heutzutage pro Jahr rechnerisch die Rohstoffe von 1,6 Erden verbraucht – immer neue Rohstoffe zu fördern, kann auf lange Sicht nicht gut gehen. Mal ganz davon abgesehen, dass der Ressourcenabbau in der Regel mit einem riesigen Energieaufwand und einem entsprechend hohen Treibhausgasausstoß verbunden ist. Die Lösung lautet Kreislaufwirtschaft. Rohstoffe sollen durch Recycling wieder in Umlauf kommen, statt auf Deponien oder in Müllverbrennungsanlagen zu verenden.