Nächste Seite: Warum sollte ein Start-up zu den Hischen wollen?

Das Angebot an ganz unterschiedlichen Venture- und Acceleratorenprogrammen wird gefühlt immer noch breiter, auch die Finanzinvestoren stocken auf. Warum sollte ein Start-up denn zu den Hirschen wollen?

Es ist für Start-ups ja die Frage, wie früh man einen Strategen als Gesellschafter an Bord haben will. Wir unterscheiden uns dadurch, dass wir eine andere Historie haben: Wir sind eine kreative Firma. Wenn einer nur auf der Suche nach Geld ist, dann gibt es vergleichbare Investoren, die zum Teil einen umfangreicheren Track Record mitbringen.

Womit wollen Sie denn dann außer Geld glänzen?

Wir nennen unser Angebot das 5-Punkt-Katapult: Wir haben ein komplettes Team von 400 Kommunikations-Profis, da können wir auch sehr gut als die outgesourcte Kreativ- und Marketingabteilung für ein Start-up arbeiten. Zudem bieten wir allein im deutschsprachigen Raum zehn Standorte, die an die Start-ups andocken können, wenn es um den Aufbau einer Vertriebsorganisation geht. Und wir bieten über Tochter-Firmen ein eigenes Media-Inventar. Das ist ein Paket, was kaum einer anbieten kann. Für Marketing- und Adtech-Start-ups sind wir natürlich durch die Einbindung in die WPP-Gruppe eine gute Anlaufstelle, wenn die jungen Firmen über einen Exit nachdenken.

Mit dem Paket nehmen Sie die Start-ups aber in eine enge Umarmung.

Die drei Komponenten sind Cash, Media und Dienstleistungen – und nichts davon ist für die Start-ups Zwang. Wenn eine Firma etwa im Marketing und Vertrieb bereits gut aufgestellt ist, braucht sie uns nicht. Häufig wurde versucht, mit solchen Service-gegen-Anteile-Modellen versucht, die eigenen Überkapazitäten in einem Konzern zu füllen. Sobald aber zahlende Kunden kamen, rutschten die Start-ups in der Priorität nach unten. Das wollen wir vermeiden. Daher kaufen wir die Leistungen innerhalb der Gruppe ein.

Zu welchen Bedingungen wollen Sie einsteigen?

Wir suchen nach Start-ups, die wir beim Wachstum begleiten können und dabei mit den Gründern zusammenarbeiten. Das Ziel sind zu Beginn Investments im sechsstelligen Bereich, dafür werden wir in aller Regel Minderheitsgesellschafter. Im späteren Verlauf könnten wir uns auch vorstellen, mit anderen bekannten Investoren eine Finanzierungsrunde gemeinsam anzuführen. Aus den Venture-Capital-Kreisen hören wir durchaus, dass unser Modell auch für die interessant ist.