Das Bochumer Start-up kombiniert Sensoren mit einer Software-Plattform. Für ein Pilotprojekt hat das Team eine ungewöhnliche Branche gewählt. Investoren glauben an das Modell.

Ist der Mülleimer schon voll? Muss der Container heute geleert werden oder morgen? Mithilfe solarbetriebener Sensoren will der Umweltservice Bochum, die städtische Abfallentsorgungsgesellschaft, zukünftig genauer wissen, wie die Füllstände in den vielen verschiedenen Abfallabladestationen sind. Die Technologie dahinter stammt vom 2016 gegründeten Start-up Zolitron.

Mit der Kreislaufwirtschaft habe man sich eine sehr große, aber noch schwach digitalisierte Branche herausgesucht, sagt Arndt-Hendrik Zinn, Gründer von Zolitron, gegenüber WirtschaftsWoche Gründer. Generell biete die Kombination aus autarker und kognitiver Sensorik jedoch einen „riesigen Blumenstrauß an Use Cases“. Daran glauben auch Geldgeber: Der High-Tech Gründerfonds und Privatinvestor Christoph Mause, Gründer der 2016 von IBM übernommenen Digitalagentur exc.io, stecken gemeinsam einen hohen sechsstelligen Geldbetrag in das Unternehmen.

Von der Müll- zur Verkehrsüberwachung

Davon soll nun die Produktentwicklung vorangetrieben werden. Das aktuell 15-köpfige Team, das aus einer Ausgründung der Ruhr-Universität Bochum entstanden ist, baut sowohl Sensoren und Beacons, die mit Solarenergie betrieben werden, als auch die Softwareplattform dahinter, auf der die Messdaten gesammelt und verarbeitet werden. „Eins macht ohne das andere keinen Sinn“, ist Zinn überzeugt.

Nach der Kreislaufwirtschaft sollen im Laufe des Jahres auch noch Produkte dazu kommen, die bei der Verkehrsüberwachung oder in der Logistik helfen. Darüber hinaus gibt es weitere Pläne, aber Zinn bremst sich und sein Team ein: Man dürfe sich als junges „Start-up nicht verrennen“, so der Gründer gegenüber WirtschaftsWoche Gründer.

Finanzieren soll sich das Produkt über ein Abomodell, bei dem große Kunden die Hardware samt der Datenplattform für längere Vertragslaufzeiten mieten. Das bietet dann regelmäßig wiederkehrende Einnahmen – sorgt aber dafür, dass das Start-up zu Beginn finanziell in Vorleistung treten muss. Zinn schielt daher auch jetzt schon auf eine weitere anstehende Finanzierungsrunde im kommenden Jahre.