Der Nahrungsmittelkonzern gründet eine Investment-Tochter, die die Zusammenarbeit mit Gründern intensivieren soll. Das Ziel: Impulse für die Digitalisierung zu erhalten.

Innovation durch Kooperation: Der Marmeladenhersteller Zentis entdeckt Start-ups als Wachstumschance und verstärkt künftig die Zusammenarbeit mit Gründern. Mit der Anfang des Monats gegründeten Tochtergesellschaft Zentis Ventures will der Lebensmittelkonzern einfacher und schneller in junge Firmen investieren, wie das Aachener Familienunternehmen heute bekanntgab. Ziel sei es, Zentis Ventures als einen der führenden Venture-Investoren in der deutschen mittelständischen Food-Industrie zu etablieren.

Mit dem firmeneigenen Investmentarm sucht Zentis die Nähe zu neuen Entwicklungen, Technologien und digitalen Lösungen in der Branche – und zieht damit vielen Mittelständlern und Großkonzernen nach: „Durch die Zusammenarbeit mit Entrepreneuren können wir neue Trends und Entwicklungen in der Lebensmittellandschaft und verwandten Sektoren schnell aufgreifen und umsetzen“, lässt sich Zentis-Geschäftsführer und Leiter der neuen Investmenteinheit Karl-Heinz Johnen in einer Pressemitteilung zitieren. Für das Gesamtunternehmen erschließe die Risikokapitalgesellschaft potenzielle strategische Wachstumsfelder und fördere die digitale Transformation bei Zentis, schreibt das Unternehmen über die mit dem Start-up-Programm verbundenen Hoffnungen.

Enge Zusammenarbeit geplant

Den Weg zur Marktreife neuer Produkte soll ein Inkubator in Aachen unterstützen. Dort sollen Gründer ihre Entwicklungen testen. Inhaltliche Hilfe will Zentis auch bei der Erarbeitung neuer Geschäftsmodelle bieten. „Wir unterstützen unsere Partner-Start-ups nicht nur finanziell, sondern stehen ihnen auch mit unserer Erfahrung, unserem Know-how und unseren Kontakten zur Seite“, lässt sich Zentis-Geschäftsführer Norbert Weichele laut Presseinformation zitieren.

In den Fokus nimmt der Süßwaren-Produzent vor allem Start-ups aus der DACH-Region. Für ein Investment kommen sowohl junge Firmen in der frühen Gründungsphase als auch in der Wachstumsphase in Frage. Neu ist das Engagement für den Konzern mit mehr als 2100 Mitarbeitern aber nicht: Seit dem vergangenen Jahr hält Zentis etwa eine Beteiligung an dem Fraunhofer-Spin-off Elosun aus München, das Proteine aus Sonnenblumensamen gewinnt.

Mit Innovationen aus dem Lebensmittelbereich sammeln Start-ups derzeit teils hohe Investments ein: So flossen beispielsweise im März zwölf Millionen Euro an das Berliner Start-up Keatz, das mit dem Konzept der sogenannten „Ghost-Küche“ angreifen will. Mit Mahlzeiten in Getränkeform konnte das Münchener Start-up YFood 4,2 Millionen Euro einwerben, wie vor wenigen Wochen bekannt wurde. Und in Lübeck tüfteln die Gründer von Perfood an einem Test, der anhand von Blutzucker und Darmbakterienwerten die optimale Ernährung ermittelt.