Das Berliner Buchhaltungs-Start-up sammelt einen Millionenbetrag von Investoren ein. Mit der KI-Anwendung locken die Gründer Größen der Finanzbranche an.

Um seine Buchhaltungsplattform weiterzuentwickeln und schneller wachsen zu können, erhält das Berliner Start-up Zeitgold zehn Millionen Euro an frischem Kapital. Geldgeber wie der Versicherungskonzern Axa und die Deutsche Bank sollen der jungen Firma Zugang zu neuen Kunden ermöglichen, wie das Unternehmen in einer aktuellen Presseinformation mitteilt. Mit Hilfe der neuen Finanzierung wollen die Gründer auch das Team von derzeit 110 Mitarbeitern aufstocken – sowohl am Standort Berlin als auch im Entwicklungszentrum in Tel Aviv.

Zeitgold setzt auf Künstliche Intelligenz (KI), um die Buchhaltung für seine Unternehmenskunden zu vereinfachen. Dafür digitalisiert das Start-up zunächst Unterlagen wie Rechnungen oder Schreiben von Behörden und lässt die Daten dann von einem Computerprogramm automatisiert in die Buchhaltung und Lohnabrechnung einspeisen. Das soll Firmenkunden Zeit und damit Kosten ersparen. Mit dem Angebot kommt das Berliner Start-up inzwischen nach eigenen Angaben auf einen siebenstelligen Jahresumsatz.

Ursprünglich auf Restaurants spezialisiert, will die 2015 gegründete Firma vor allem Kleinunternehmen ansprechen: „Wir haben die Mission, das erfolgreiche Führen eines kleinen Unternehmens intuitiv zu machen. Unsere Technologie ermöglicht mehr Menschen den Weg ins erfolgreiche Unternehmertum“, lässt sich Mitgründer und CEO Stefan Jeschonnek in einer Pressemitteilung zitieren.

Buchhaltung als beliebtes Gründungsthema

Beigetragen zur neuen Finanzierung haben auch die Risikokapitalgeber HV Holtzbrinck Ventures, btov Partners und der israelische Tech-Investor Saban Ventures. Aus den USA investierte der Tech-Fonds Battery Ventures. Insgesamt 24,2 Millionen Euro konnte das deutsch-israelische Start-up bis jetzt nach eigenen Angaben einsammeln.

Mit ihrer Idee sind die Zeitgold-Gründer nicht allein auf dem Markt, zahlreiche junge Firmen arbeiten an Software für die einfachere Buchhaltung. Der Nürnberger Konkurrent Billomat konnte Anfang 2018 eine Millionenfinanzierung verbuchen. Im Oktober stieg das Freiburger Familienunternehmen Haufe als strategischer Investor beim Berliner Kontoanbieter für Selbständige ein. Auch der Prozessoptimierer Celonis aus München, im vergangenen Sommer zum Milliarden-Start-up aufgestiegen, nimmt die Abläufe in der Buchhaltung ins Visier.