Bewertung, Auftritt, Logo: Die Yucona-Gründer mussten viel Kritik aushalten. Am Ende aber wusste Ralf Dümmel um die Bedeutung ihrer Erfindung und schlug zu. 

Beim großen Staffelfinale sorgten Richard Birich und Inga Plochow bei den Löwen für jede Menge Aufregung. Grund war nicht ihre Erfindung – die erste wiederverwendbare Wasserfilterkartusche, dank der Verbraucher eine Menge Müll und gleichzeitig eine Menge Geld einsparen können – sondern ihre Bewertung. Die nämlich war der Jury zu hoch – viel zu hoch: 250.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile stieß auf keine Zustimmung und es gab noch mehr zu meckern, doch die beiden Gründer ließen sich nicht unterkriegen und überraschten die Löwen und die Zuschauer mit einem Angebot, das Ralf Dümmel nicht ausschlagen konnte. Wie die Zusammenarbeit mit dem Vertriebsexperten aktuell läuft, ob Inga Plochow mittlerweile wirklich mehr als fünf Prozent am Start-up hält und warum das Unternehmen heute Abend keine Wasserfilterkartuschen verkaufen kann, erzählen die Gründer im Interview.

Frau Plochow, Herr Birich, in der heutigen Sendung haben Sie den Zuschauern ein spannendes Staffelfinale geliefert. Sie mussten allerdings einiges an Kritik einstecken.  Haben Sie die ganze Zeit an ein Happy End geglaubt?
Richard: Zwischendurch hatten wir wirklich Angst leer auszugehen, aber die Bewertung, die die Löwen teilweise als zu hoch eingestuft hatten, kam ja nicht von ungefähr und war wohlüberlegt. Ehrlicherweise muss man sagen, dass außer Ralf Dümmel, der ja der Erfinder eines Wassersprudlers ist, wohl keiner von ihnen die Expertise hatte, um den Markt ausreichend einstufen zu können. 

Und es war dann auch Herr Dümmel, der sich für ein Investment entschied. Um ihn zu überzeugen, waren Sie bereit 25 Prozent mehr abzugeben, als Sie ursprünglich geplant hatten. Woher rührte der plötzliche Sinneswandel?
Inga: Ich dachte in dem Moment „Wir brauchen ihn, koste es, was es wolle“. 
Richard: Inga war vollkommen überzeugt und ich hatte auch nur einen Gedanken im Kopf: Was nutzen uns alle Anteile, wenn wir kein Geld haben, um den Turbo zu zünden und unser Produkt so schnell wie möglich bekannt zu machen? Meine Sorge war es, dass die großen Firmen eine ähnliche Erfindung machen und uns überholen könnten. Außerdem passte Ralf Dümmel natürlich perfekt zu uns.

Wie läuft die Zusammenarbeit aktuell?
Richard: Wir haben den Deal genauso umgesetzt wie in der Sendung beschlossen.  Direkt nach der Aufzeichnung haben wir uns zusammengesetzt und die ersten Schritte besprochen. Ralf Dümmel war nicht umsonst unser Wunschlöwe. Er hat nicht nur Erfahrung auf dem Wasser-Markt, sondern ist auch durch und durch ein ehrenwerter Kaufmann. Für ihn gilt ´Ein Mann, ein Wort´.      

Apropos – haben Sie, Herr Birich sich auch an die Verabredung gehalten und die zehn Prozent, auf die Ralf Dümmel verzichtet hat, an Ihre Cousine abgetreten?
Richard: Selbstverständlich.
Inga: Das kann ich bestätigen (lacht). Ich bin mittlerweile auch vollzeit in unserem Start-up tätig und habe meine alte Stelle aufgegeben.

Frau Plochow, Sie sind Design-Expertin. Fanden Sie die Kritik an Ihrem Logo-Entwurf überzogen?
Inga: Wir wussten von Beginn an, dass das Logo nicht das Simpelste ist und dass wir damit das Risiko eingehen, dass die Kunden es nicht auf Anhieb verstehen könnten. Das haben wir bewusst in Kauf genommen. Gleichzeitig haben wir die Anmerkungen der Löwen auch ernst genommen und uns nun dazu entschieden kleinere Anpassungen vorzunehmen. 

Der Auftritt in der Sendung hat immer einen enormen Effekt auf die Verkaufszahlen der Produkte. Haben Sie sich entsprechend auf heute Abend vorbereitet?
Inga: Leider müssen wir aktuell mit einer großen Panne umgehen. Es gab einen Produktionsfehler, so dass wir aktuell überhaupt keine Kartuschen ausliefern können.

Das hört sich nach Super-Gau an. Was ist passiert?
Richard: Was genau das Problem ist, können wir nicht sagen, weil der Produktionsprozess ein Betriebsgeheimnis ist. Nur so viel: Die Ware genügte unserem Qualitätsstandard nicht. Als diese Nachricht uns erreichte, saßen wir gerade mit Ralf Dümmel zusammen und haben gemeinsam überlegt, wie es jetzt weitergehen soll.

Auf einer Skala von eins bis zehn – wie verzweifelt waren Sie?
Der Zeitpunkt ist natürlich denkbar ungünstig, aber passieren kann so etwas immer. Als Gründer muss man damit umgehen und nicht allzu viel Zeit auf der Suche nach Schuldigen verschwenden, sondern nach einer Lösung suchen. Darum drücken wir uns jetzt einfach die Daumen, dass wir so schnell wie möglich auf den Markt gehen können.