Hinter dem Angebot stecken die Gründer der Rucksackfirma Fond of. Auch der High-Tech Gründerfonds und McKinsey sind involviert.

Im Rheinland steht ein neuer Accelerator in den Startlöchern. Von März an will Xdeck Gründerteams fördern, die mit ihrer Geschäftsidee vorwiegend auf den Handel oder die Konsumgüterbranche zielen. Wie die Initiatoren heute mitteilten, steht das Angebot europäischen B2B- und B2C-Start-ups offen, die bereits einen Protytop und (Pilot-)kunden vorweisen können. Für die Dauer des Programms müssen die Gründer nach Köln ziehen – der Accelerator hat seinen Sitz in dem Bürogebäude „The Ship“, das derzeit im Stadtteil Ehrenfeld entsteht.

Hinter beiden Vorhaben stehen Oliver Steinki, Florian Michajlezko und Sven-Oliver Pink. Die Gründer der Rucksackfirma Fond of hatten bereits im Frühjahr angekündigt, einen Accelerator starten wollen. Man wolle „dem Start-up-Ökosystem etwas zurückgeben“, sagte Steinki im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer. Das Trio hatte zudem bekanntgegeben, selbst in den High-Tech Gründerfonds zu investieren. Im Gegenzug unterstützt der halbstaatliche Frühphaseninvestor Xdeck. Partner aus der Unternehmenswelt sind die Beratungsfirma McKinsey und die Wirtschaftskanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek. Geschäftsführer von Xdeck wird Nils Eiteneyer (im Foto rechts). Der ehemalige McKinsey-Berater war zuletzt Geschäftsführer einer Start-up-Beteiligung von Fond Of.

Gründer müssen keine Anteile abgeben

Gründerteams bleiben bis zu sechs Monate im Accelerator. Sie sollen zunächst durch Workshops, Vorträge und Expertenberatungen bei der Optimierung ihres Geschäftsmodells unterstützt werden. Das Programm soll jeweils individuell angepasst werden. In einer zweiten Phase will Xdeck die Start-ups dann mit möglichen Investoren zusammenbringen. Während der Zeit im Accelerator erhalten Gründer für einen eventuellen Umzug nach Köln eine finanzielle Förderung von bis zu 20.000 Euro, können kostenlos Büroflächen nutzen und erhalten bei Bedarf Guthaben für technische Hilfsmittel – etwa für die Nutzung von Amazon Web Services. Bewerbungen für die erste Runde sind bis Ende Januar möglich.

Gründer müssen für die Teilnahme keine Unternehmensanteile abtreten. Xdeck sei eine Non-Profit-Initiative, die „keinen Investitions- beziehungsweise Renditefokus verfolgt und vor allem gesellschaftlich motiviert ist“, sagt Eiteneyer. Konkurrenz macht Xdeck mit seinem Ansatz im Rheinland vor allem dem 2012 gegründeten Accelerator Startplatz, der ebenfalls keine unmittelbare Gegenleistung von Start-ups verlangt. Startplatz sitzt mit seinen Büros, die auch als Coworking-Space vermietet werden, in Köln im Mediapark und hat eine Zweigstelle im Düsseldorfer Medienhafen.