Wenn Sie selbst nochmal jung wären – was würden Sie gründen?

Das kann ich Ihnen nicht sagen, aber sicherlich nicht unbedingt eine Textilproduktion. Der Markt ist übersättigt, Mode ist nicht mehr so wichtig wie früher. Für junge Leute gibt es sicherlich heute wesentlich interessantere Branchen!

Sie sagen auch, dass Ihnen das Verständnis für Technologie fehle, um eine Idee umzusetzen. Wie technikunfreundlich müssen wir uns Ihr Berufsleben vorstellen?

Ich bin kein Techniker, aber selbstverständlich muss die modernste Technik in Unternehmen rechtzeitig vorhanden sein. Wenn Sie das aber auf das Internet beziehen, dann muss ich gestehen, dass ich keine eigene E-Mail-Adresse habe. Aber selbstverständlich beantworte ich alle an mich gerichteten E-Mails persönlich.

Wenn jemand über Trigema an Wolfgang Grupp schreibt, druckt ihm seine Sekretärin die E-Mail aus und legt sie ihm auf den Schreibtisch. Dann diktiert er die Antwort auf ein Tonbandgerät, die Sekretärin nimmt die Kassette raus und hört sie ab, tippt die Antwort ein und beantwortet die eMail.

Ihre beiden Kinder machen das vermutlich anders, sie sind Mitte 20 und sollen Ihren Betrieb eines Tages übernehmen. Wie viel Verantwortung geben Sie schon heute ab?

Meine Tochter ist verantwortlich im Online-Bereich und mein Sohn im Verkauf.

Wann werden Sie das Geschäft Ihren Kindern komplett überlassen?

Meine Kinder sind schon jetzt – wie auch die leitenden Mitarbeiter – bei allen gravierenden Entscheidungen dabei. Sowohl die leitenden Mitarbeiter als auch meine Kinder geben mir aber das Gefühl, dass sie mich noch brauchen. Deshalb ist es selbstverständlich, dass ich mich noch nicht zurückgezogen habe, denn das schönste im Leben ist nicht Geld zu zählen, sondern das Gefühl haben zu dürfen, von anderen gebraucht zu werden!

Herr Grupp, ich danke Ihnen für das Gespräch.