Das Rheinland bietet Infrastruktur, Hochschulen und Kontakt zu vielen Unternehmen. Kein Wunder, dass sich Gründer hier wohlfühlen. Vier von ihnen stellten sich beim Finale des Rheinlandpitches vor.

Von Johanna Küppers und Felix Brüggemann

Die Region rund um die Großstädte Düsseldorf und Köln hat Potenzial. Sie ist gut gerüstet für angehende Gründer, bietet sie doch vor allem ein gutes Netzwerk aus erfahrenden Unternehmen, Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten. Ideale Rahmenbedingungen für die Entwicklung von Start-ups. Somit könnte sich die Region als echte Alternative zur Gründerhauptstadt Berlin etablieren. Denn durch seine Vielfalt, kann das Rheinland selbst auf dem internationalen Markt gut mithalten. Beispielhaft dafür ist das Düsseldorfer Unternehmen Trivago. Das 2005 gegründete Unternehmen ist heute auf allen fünf Kontinenten vertreten.

Dass im Rheinland nicht jede Stadt für sich kämpft, wurde auch beim gestrigen Finale des Rheinlandpitches deutlich. Die Vorentscheide fanden in Köln statt, doch für das Finale ist die Veranstaltung in eine alte Fabrikhalle in Düsseldorf-Bilk gezogen.

Das Event zog über 800 Zuschauer an, sodass der Initiator Startplatz vom größten Pitchformat seiner Art in Deutschland spricht. Innerhalb von sieben Minuten präsentierten Start-ups der Region ihre Idee und stellten sich in weiteren sieben Minuten den Fragen der Jury und des Publikums.

Drei der vier Finalisten qualifizierten sich zuvor in Vorrunden. Der vierte Teilnehmer und späterer Sieger erhielt dank einer Social-Media-Abstimmung eine Wildcard und durfte sich am Ende unter anderem über ein Softwarepaket im Wert von 60.000 Dollar freuen. Auf den folgenden Seiten werden die Gewinner des Rheinlandpitches vorgestellt.

Trivago

Trivago

Malte Siewert, Gründer vom Hotelportal Trivago, gilt als Vorzeigegründer Düsseldorfs. Denn er beschäftigt mehrere hundert Mitarbeiter und erzielte 2013 über 185 Millionen Euro Umsatz. Den nachfolgenden Finalisten gab er diesen Tipp: Es sei elementar sich immer wieder auf das eigene Kernprodukt zu fokussieren und hierfür seine Ressourcen zu bündeln.

  1. Platz: Manualone

Manualone

Das Team von Manuelone präsentiert eine App, in der Kunden ihre Kaufbelege und Betriebsanleitungen von technischen Produkten ablegen können. Die Idee: Heutzutage gibt es zahlreiche Geräte in einem Haushalt, aber niemand hat einen Überblick über Nutzung und Belege. Das Start-up möchte mit seiner App eine Hilfestellung geben, alle relevanten Informationen über ein Produkt beisammen zu haben. In ihrem System sind bereits 1,8 Millionen Marken und über 100 Produkte eingepflegt. Der Kunde kann entweder diese Informationen nutzen oder aber er legt sich eine eigene Sammlung an. Zusätzlich zu den Kaufbelegen kann die Garantielaufzeit und für diese, eine Erinnerungsfunktion eingestellt werden. Ferner gibt die App Anwendungstipps, wie man das meiste aus seinem Produkt rausholt – zum Beispiel die perfekten Kameraeinstellungen bei bestimmten Lichtverhältnissen. Momentan ist das Unternehmen noch eine hundertprozentige Telekomtochter. Zielmarkt ist vorerst der deutschsprachige Raum.

  1. Platz: Wotch

BIld

Das Start-up „Wotch“ stellt sich einer grundlegenden Problematik: „Was wird der Armbanduhrenträger von morgen brauchen?“ In Zeiten von Smartwatch und Smartphone rücken die klassischen Armbanduhrenträger in den Hintergrund. Die Lösung: Die Kombination eines klassischen Ziffernblattes, mit einem intelligenten Armband. Die Funktionen der digitalen Uhr beschränken sich dabei auf Nachrichten, Bezahlung und Fitness. Im nächsten Jahr wollen die Unternehmer auf den Markt gehen. Laut Mitgründer Maurice Piper kommen für das Start-up zwei potenzielle Kunden in Fragen: Solche, die sich ein neues Armband kaufen wollen und dann auf die digitale Alternative umsteigen und Neukunden, die sich für die Kombination aus klassischer Uhr und Smartwatch begeistern. Um das elektronische Armband aufzuladen, erprobt das Unternehmen gerade zwei Lösungen: per Akku oder Wireless Lan Verbindung. Eine Uhr soll in Zukunft dann 249 Euro kosten.

  1. Platz: Evopark 

Evopark

Mit Evopark wird Parken leichter. Ticketlos ins Parkhaus einfahren und ohne Kleingeldsuchen wieder hinausfahren. Möglich macht dies ein kleiner Funkchip, über den sich die Schranken automatisch öffnen. Abgerechnet und bezahlt wird über eine App, die dem Autofahrer auch freie Parkplätze anzeigt und dorthin navigiert. Der Clou: Beim Einkaufen bei ausgewählten Einzelhändlern bekommt der Nutzer seine Parkgebühren erstattet. Bisher ist ihre Lösung in Düsseldorf nutzbar. Eine Ausweitung auf andere Städte ist sukzessive geplant.

  1. Platz: Shopco

Shopco

„Online-Shopping nervt”, meint ShopCo. Daher haben sie eine Lösung erfunden, mit der jedes Produkt in jedem Shop mit einem Klick gekauft werden kann. Somit entfallen lästige Registrierungen und Passwörter. Für Shopco sei der Gewinn des Rheinlandpitches eine schöne Bestätigung für ihre Idee und zeige, dass sie damit den Nerv der Onlineshopper treffen.

Alle Fotos mit CC BY NERDHUB-Lizenz.