Im Oktober 2014 bekam Wimdu eine neue Führung, Arne Kahlke und Sören Kress. Die beiden Günder der Dating-Plattform Elite Partner galten als erfahrene Manager und verpassten dem Unternehmen eine neue Strategie: Um sich von Airbnb abzugrenzen, setzten sie auf höherklassige Wohnungen. City-Appartement statt WG-Feeling lautet seitdem die Devise. Auch die Expansion auf dem europäischen Markt wird forciert. Dazu hat Wimdu unter anderem einen Media-Deal mit der Sendergruppe von Italiens ehemaliger Ministerpräsident Silvio Berlusconi geschlossen. Europaweite Fernsehkampagen hätten die Zahl der Buchungen im Januar 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 50 Prozent ansteigen lassen, hieß es dort.

Tag der Entscheidung

Allerdings produziert das Unternehmen nach wie vor auch regelmäßig schlechte Nachrichten: Mitte 2015 verlor Wimdu einen Prozess gegen die Wettbewerbszentrale, eine Selbstkontrollorganisation der deutschen Industrie, wegen unlauterer Werbung. Wimdu hatte seinen Kunden versprochen, Übernachtungen 50 Prozent günstiger anzubieten als die Hotellerie. Diese Ersparnis könne nicht durchgängig erreicht werden, kritisierten die Wettbewerbsverfechter. Das Landgericht Berlin gab ihnen Recht. Mitte dieses Jahres folgte eine weitere Abmahnung wegen versteckter Gebühren.

Zudem wird Wimdu vorgeworfen, mit Scheinversicherungen zu werben. Im Januar dieses Jahres berichtete eine Vermieterin in der Wochenzeitung „Die Zeit“, ihre Wohnung sei von Übernachtungsgästen zerstört worden. Wimdu ließ sie mit dem Schaden alleine – und das obwohl das Unternehmen auf seiner Internetseite explizit eine Versicherung bis zu 500 000 Euro nannte. Es handle sich dabei lediglich um eine subsidiäre Versicherung, die nur greife, wenn der Mieter keine eigene Haftpflichtversicherung habe, so die anschließende Begründung. Nicht gerade der beste Weg, um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen.