Gestartet war das Start-up aus der Schmiede von Rocket Internet Anfang 2011 mit riesigen Ambitionen. Die Geschäftsführer Arne Bleckwenn und Hinrich Dreiling wollten eigenen Angaben zufolge zum weltweiten Marktführer im Bereich privater Reiseunterkünfte werden – und anders als ihr US-Vorbild setzten sie nicht auf langsames, organisches Wachstum, sondern machten sich direkt daran, die Welt zu erobern. Die schwedische Kapitalgesellschaft Kinnevik und der Inkubator Rocket Internet gaben ihnen dafür insgesamt 90 Millionen US-Dollar. Bereits vier Wochen nach dem Start launchten die Gründer den chinesischen Ableger Airzu. In nur vier Monaten wuchs das Unternehmen auf 400 Mitarbeiter und 15 Büros an.

Vorwurf der unlauteren Werbung

„Das ist schon eine gewaltige unternehmerische Leistung“, sagt Carolin Steinhauser, Professorin für Internationales Hotelmanagement an der SRH Hochschule Berlin. Nach dem euphorischen Start folgte allerdings ein rasanter Dämpfer: Noch im August desselben Jahres mussten rund 50 Mitarbeiter wieder gehen. Dazu kam Kritik vom Platzhirsch Airbnb. Die Amerikaner beschwerten sich in einem Newsletter über die „Betrüger“ aus Deutschland: „We’ve discovered that these scam artists have a history of copying a website, aggressively poaching from their community, then attempting to sell the company back to the original.“ Die ließen sich davon nicht beirren.

Während sich der Aufstieg von Airbnb nicht aufhalten ließ, lief es bei Wimdu aber immer weniger nach Plan. Im September 2012 strukturierte Wimdu seine internationalen Büros neu und holte einen Teil der Mitarbeiter in die deutsche Firmenzentrale. Kurz darauf suchten die Samwer-Brüder vergeblich einen Käufer für den glücklosen Klon. Potentielle Investoren aus der Branche hielten das Projekt für zu aussichtslos.