Hier greift eine Branche ein, die derzeit einen deutlichen Aufschwung spürt und eben ganz direkt auch Start-up-Finanzierungen betrifft: das Crowdinvesting. Genau dort werden ertragreiche Unternehmensbeteiligungen mit attraktiven Renditen geboten und das schon mit kleinen Investitionsbeträgen.

Das Konzept verspricht viel, hat bislang häufig viel gehalten und so wird ihm erhebliches Wachstumspotenzial nachgesagt. Es gelten die üblichen Eigenschaften renditestarker Anlagen: im Ernstfall ein hoher Verlust, aber ansonsten eine hohe Wertsteigerung und viel Gewinn.

Das lockt mehr Investoren als bislang. Die Anleger müssten sich an diese neue Anlageformen jedoch erst gewöhnen und Vertrauen fassen, erklärt Beck. „Das geht nicht von einem zum nächsten Jahr. Es muss noch mehr über das Crowdinvesting informiert werden und es müssen noch mehr Erfahrungswerte vorliegen.“ Denn fundierte Untersuchungen zu einem möglichen Zusammenhang zwischen Niedrigzinsphase und der guten Entwicklung des Crowdinvestings gibt es bislang noch nicht.

Niedrigzinsen beflügeln Crowdinvesting

Beobachter der Szene halten einen Einfluss aber für durchaus wahrscheinlich. „Dies hängt aber auch damit zusammen, dass das Crowdinvesting insgesamt noch kein so hohes Volumen erreicht hat, dass dadurch eine echte Breitenwirkung entstehen konnte. Das Phänomen ist einfach noch zu jung“, so Beck. Trotzdem sieht die Crowdinvesting-Branche, die sich auch so im Wachstum befindet, zumindest ein wenig durch die Niedrigzinsen beflügelt und dies kommt wiederum den Start-ups zugute, die auf diese Weise versuchen ihr Geld zu sammeln.

„Anleger denken vermehrt über Alternativen zu ihren derzeit sehr schlecht verzinsten herkömmlichen Anlagenformen nach“, sagt Beck. „Sie haben nun die Möglichkeit, sich über ein Crowdinvesting an innovativen Start-ups zu beteiligen und besitzen dort bessere Renditechancen als mit klassischen Geldanlagen.“

Der Trend, selbstbestimmt das eigene Geld zu verwalten und zu investieren, heize die Dienstleistungen im Finanzsektor abseits der bekannten Institute derzeit an, sagt auch Knut Haake, Geschäftsführer der Crowdinvesting-Plattform DMI Deutsche Mikroinvest: „Risikobereite Investoren suchen zunehmend gezielt alternative Anlageformen und Start-ups können mit höheren Renditen und aussichtsreichem Geschäftsmodell davon tatsächlich profitieren.“