Sind Kinder und Babys – und vor allem deren Eltern die neuen Superkonsumenten? Der Angel-Investor Wolf M. Nietzer sieht das Segment der Baby- und Kinderartikel jedenfalls als zukunftsträchtigen Markt für Start-ups – allerdings mit Einschränkung. „Es ist ein Wachstumsmarkt, doch der Markt per se ist schon zunehmend verteilt, eine Konsolidierung wird früher oder später stattfinden. Das schließt aber nicht aus, dass es pfiffige Konzepte auch morgen noch gibt, die den Markt ‚rocken‘.“

Ein solches Konzept ist für ihn das Start-up MiBaby, in das er kürzlich eine sechsstellige Summe steckte – eine Mischung aus Ratgeber und Vermittlungsplattform. Die Internetseite sagt Eltern nicht nur was sie für ihr Baby benötigen, sondern liefert den passenden Link zum Produkt gleich mit. „Ob Kinderwagen, Tragetuch, Wickelkommode oder Kinderstuhl, der Bedarf und auch das Angebot sind groß, Hilfestellung und Orientierung für Eltern ist ebenso gefragt wie Empfehlung passender Produkte“, sagt Nietzer.

Wie sehr sich das Investment in Kinder und Babys lohnen kann, beweist auch das Münchner Unternehmen Windeln.de. Erst Anfang des Jahres wurde bekannt, dass der Onlineshop von einem Konsortium um Goldman Sachs und Deutsche Bank in einer weiteren Finanzierungsrunde 45 Millionen Euro erhielt. Man glaube an das steigende Onlinegeschäft ließ Goldman Sachs vermelden. Die Deutsche Bank hatte Windeln.de bereits im Mai vergangenen Jahres zusammen mit anderen internationalen Investoren rund 15 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Die 2010 gegründete Plattform verkauft von Kinderkleidung, über Kinderspielzeug und Möbeln bis hin zu Babynahrung alles und schaffte mit diesem Konzept vergangenes Jahr einen Bruttoumsatz von 130 Millionen Euro. Nun gab Firmengründer Alexander Brand bekannt, in den kommenden sechs Monaten den Sprung an die Börse zu wagen.

Gerd Hirsch hofft derweil, dass er mit Kidisto die Investoren überzeugen kann. Etwas mehr als ein Monat bleibt ihm dafür noch. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das Geld zusammen bekommen – bei Crowdfunding ist es erfahrungsgemäß so, dass am Anfang und am Ende viel investiert wird und in der Zwischenzeit eine kleine Flaute herrscht.“