Kickstarters Erfolgsgeschichte

Ziemlich genau sechs Jahre ist es her, dass die Kickstarter als reward-based Crowdfunding-Plattform für Künstler, Erfinder und Designer startete. Drei Jahre dauerte es – dann kam 2012 der Durchbruch: Die bis dahin erfolgreichste Kampagne mit einer Finanzierungssumme von über 10 Millionen Dollar verschaffte dem Crowdfunding und insbesondere Kickstarter international erstmals riesige Aufmerksamkeit. Die Rekordfinanzierung damals: das Design-Projekt Pebble. Eine Uhr, die aus einem iPod Touch eine – naja, im Grunde eine Apple Watch machte. Die sogenannte E-Paper-Watch schaffte es in gerade einmal acht Tagen als erstes Projekt überhaupt die Fünf-Millionen-Marke zu durchbrechen. (Erst im März 2015 beendete Pebble eine neue Kickstarterkampagne: Satte 20,3 Millionen Dollar kamen zusammen – ein neuer Rekord.) Viele Medien weltweit berichteten daraufhin über den Riesencoup der Pebble und das Eis bei der Crowd schien endgültig gebrochen – viele Millionenfinanzierungen folgten.

Nun – sechs Jahre nach dem Start – braucht sich die Crowdfunding-Plattform, die 2009 in New York gegründet wurde, definitiv nicht zu verstecken: Über 8 Millionen Teilnehmer, rund 83.0000 Projekte und ein Finanzierungsvolumen von über 1,5 Milliarden Dollar.

Ein (noch) kleiner Markt für eine große Plattform

In Deutschland drängt sie nun auf einen noch vergleichsweise kleinen Crowdfunding-Markt: Deutsche Crowdfunding-Plattformen wachsen zwar undder Trend geht konsequent Richtung immer größerer Projekte auch hierzulande, aber die Finanzierungssummen sind noch vergleichsweise klein: Im ersten Quartal 2015 erreichten die deutschen Plattformen ein Finanzierungsvolumen von 2,2 Millionen Euro. Eine niedrige aber trotzdem erstaunliche Summe, denn im Vorjahresquartal waren es nur 1,2 Millionen – ein Plus von rund 83 Prozent also.

Die 2010 erste und heute noch mit Abstand erfolgreichste deutsche Crowdfunding-Plattform ist Startnext. Im vergangenen Jahr wurden 83 Prozent des Crowdfunding-Kapitals über Startnext verteilt – im ersten Quartal 2015 belief sich der Martkanteil sogar auf fast 90 Prozent. Mit fünf Prozent ist noch die Plattform VisionBakery zu nennen. Der Rest verteilt sich auf sehr kleine Projektplattformen.