Der deutsche Umweg zu Kickstarter

Wer als deutsches Unternehmen bislang auf Kickstarter Kampagnen starten wollte, musste den Umweg über die USA machen. Dafür war ein US-Konto und vor allem Unternehmenssitz in den Staaten notwendig. Ein kompliziertes Verfahren – insbesondere für kleine deutsche Start-ups in der Anfangsphase, in der Crowdfunding besonders spannend ist.

Ein berühmtes deutsches Beispiel für eine solche Kampagne ist „Kraftwerk“ – die kompakte Brennstoffzelle, die mit handelsüblichem Gas betrieben wird, um etwa Smartphones aufzuladen. Die Kampagnenstarter: das Dresdener Start-up eZelleron. Das Gründerteam entschied sich für den Schritt, obwohl es ein enormen Aufwand bedeutete, weil sie nur dort den richtigen Markt sahen: „Wir wollten ohnehin eine sehr internationale Kampagne machen und haben deshalb auch eine Plattform gesucht, die international anerkannt und aktiv ist“, sagt e-Zelleron-Gründer Sascha Kühn. “Uns hat dieser Umweg sehr viel Zeit gekostet und am meisten Aufwand war es die US-Regularien zu erfüllen.“

Gelohnt hat es sich allemal: Von Dezember 2014 bis März 2015 sollten 500.000 Dollar eingesammelt werden, um eine Produktionsstrecke für die Brennstoffzellengeräte aufbauen zu können. Als Anfang März die Kampagne schloss, hatten sich 11.660 Unterstützer mit insgesamt mehr als 1,5 Millionen Dollar beteiligt. Interessant: Die Mehrheit der Unterstützer kam nicht aus Deutschland – obwohl die Medienressonanz nach dem Durchbruch hierzulande extrem hoch war. „Für uns war der Schritt sehr wichtig, weil wir dadurch in der Öffentlichkeit bekannt wurden und mit dem Erfolg der Kampagne der Nachweis der Marktfähigkeit erfolgreich belegt wurde“, sagt Kühn.