Privatleute könnten am Ende nur profitieren, meint Christian Tiessen, Mitgründer und Geschäftsführer des Finanz-Marktplatzes Savedo aus Berlin. Tiessen erwartet, dass die Produkte wegen des starken Konkurrenzdrucks letztlich individueller, flexibler, transparenter und bedienungsfreundlicher werden.

Doch Verbraucherschützer mahnen zur Vorsicht: „Wenn FinTechs etwa im Zahlungsverkehr anbieten, dass sie Überweisungen so einfach und schnell gestalten wie das Verschicken einer SMS, dann dürfte das bei Verbrauchern auf Interesse stoßen“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Aber etwa bei der Kreditvergabe von privat zu privat oder bei der Vermittlung von Unternehmensbeteiligungen rät der Experte zur Wachsamkeit. Denn was für den Kreditnehmer eine willkommene Alternative sei, sei für den Anleger eine hoch riskante Angelegenheit. „Woher sollen Verbraucher wissen, ob zum Beispiel eine angebotene Rendite von 6 Prozent angemessen ist für das damit verbundenen Ausfallrisiko?“

Die Kunden jedenfalls scheinen keine Berührungsängste mit neuen Technologien zu haben. Nach einer repräsentativen Studie im Auftrag der Dirketbank ING-Diba nutzen in Deutschland schon fast die Hälfte der Smartphone- und Tablet-Besitzer Apps für die Verwaltung ihrer Bankgeschäfte.