Die FinTech-Szene boomt. Die meisten der Internet-Finanzfirmen bieten klassische Dienstleistungen rund um die Kreditvergabe oder den Zahlungsverkehr an. Andere FinTechs indes sind weit kreativer und sammeln beispielsweise finanzmarktrelevante Twitter-Nachrichten oder Daten von Fitnessbändern, die für Krankenversicherer interessant sein können. „Die digitale Revolution bei Finanzdienstleistungen ist weit fortgeschritten“, stellt Accenture-Experte Julian Skankan fest.

Geldgeber setzen auf den Erfolg der Internet-Finanzfirmen. Laut einer Analyse der Unternehmensberatung Accenture haben sich die Investitionen im vergangenen Jahr weltweit auf 12,2 Milliarden US-Dollar verdreifacht. Die größten Spieler kommen aus den USA, aber auch aus Australien, Großbritannien, Indien und Schweden. Das wohl bekannteste FinTech ist PayPal, die Bezahltochter von Ebay.

In Deutschland ist die FinTech-Szene zwar ebenfalls sehr aktiv, besteht allerdings vor allem aus kleinen Unternehmen. Accenture kam hier lediglich auf Investitionen von 82 Millionen Dollar. Zentrum ist Berlin – und nicht die Bankenmetropole Frankfurt. In Berlin mit seinen zahlreichen Startups sitzen die passenden Geldgeber und viele junge Talente, etwa Programmierer.

Die Deutsche Bank spürt den Druck der FinTechs bereits und will selbst eine Milliarde Euro in die Digitalisierung ihrer Angebote stecken. Sicherlich griffen die FinTechs die klassischen Geldhäuser in einzelnen Geschäftsfeldern an, sagt Accenture-Experte Skan. Die neuen Firmen könnten den Banken aber auch helfen, bessere und komfortablere Angebote für ihre Kunden zu entwickeln. Die Commerzbank investierte deshalb sogar in FinTechs wie die Handelsplattform Etoro.