Worauf lokale und multi-lokale Start-ups achten müssen

(Multi-)lokale Start-ups sind anders. Sie starten normalerweise mit einem Produkt, das auf ein Land zugeschnitten ist. Nachdem sie dort Erfahrungen gesammelt haben, gehen sie von einem Markt zum nächsten. Beispiele dafür in unserem Portfolio sind Delivery HeroKreditech oder Docplanner.

  • (Multi-)lokale Start-ups sind „schwer“ zu internationalisieren. Jeder neue Markt ist eine neue logistische Herausforderung. Das kann beim E-Commerce besonders schwierig sein, aber Marktplätze sind auch nicht einfach. Der Schlüssel liegt darin, einen schnellen und effizienten Weg beim Ausrollen neuer Märkte zu finden.
  • Der Wettbewerb in den lokalen Märkten wird kaum oder gar nicht vorhanden sein, die Konkurrenten sind selten besonders erfahren, aggressiv oder finanziell gut ausgestattet
  • Je mehr Erfahrungen Du in verschiedenen Märkten sammelst, desto schwieriger wird es mit Dir zu konkurrieren
  • Die USA sind kein Muss. Noch wichtiger: US-Wettbewerber sind normalerweise keine Gefahr. US-Unternehmen die mit einem lokalen Geschäftsmodell in den Staaten starten, internationalisieren meist gar nicht oder nur in wenigen Ländern, tun es spät und sind darin nicht gut (beispielsweise GrubHub Seamless, Zocdoc oder Amazon)
  • Es ist schwierig, wirklich groß zu werden, denn dafür muss man eine große Zahl an Ländern gewinnen oder sich in den größten und am stärksten umkämpften Märkten durchsetzen (Deutschland, Frankreich, Großbritannien)
  • Das Ergebnis muss hingegen nicht so binär sein: Du kannst in einem oder mehreren kleinen und mittleren Ländern Erfolg haben, in größeren Märkten scheitern und immer noch einen ordentlichen Exit schaffen

Natürlich ist die Welt nicht so schwarz-weiß, wie oben gezeichnet. Es ist vorstellbar, dass ein Unternehmen ein globales Produkt startet, nachdem es lokal Erfolg hatte oder dass ein Unternehmen nicht so leicht zu kategorisieren ist. Ein gutes Beispiel dafür ist Spotify, das von Land zu Land geht aber eine globale Marke aufbaut.

Obwohl es also sicher nicht perfekt ist, mag ich diese Unterscheidung bei der Internationalisierung von Start-ups. Wenn Du Gedanken oder Erfahrungen hast, die diese Sichtweise unterstützen, ergänzen oder auch widersprechen, würde ich mich freuen, sie in den Kommentaren zu lesen.