„Projektentwickler müssen immer auch eigenes Kapital in ihre Projekte mitbringen. Dafür haben sie gerne Partner am Bord und in unserem Fall ist es dann die Crowd, die mit ins Boot steigt“, beschreibt es Exporo-Gründer Maronde.

Zwei aktuelle Beispiele zeigen das anschaulich: Beim Hildener Kastanienhofs zeigten die Bauherren schon vor dem Abschluss der Crowdfinanzierung bei Zinsland Fotos vom Abriss der alten Anlage und dem Ausheben der Baugrube. Und beim ersten Mezzany-Projekt – der „Glockengießerei Franz Weeren“ – sagt Emittent Marcus Tröger:  „Wir sammeln kein Geld ein und sehen dann, ob das Projekt funktioniert. Unser Vorhaben funktioniert und wird definitiv umgesetzt – egal wie viel Kapital über die Crowd eingesammelt wird.“ Seine Rechnung: Die Summe, die man dank der Crowd weniger in dieses Projekt stecken muss, kann schon für die nächste Immobilie genutzt werden.

Auch ein bisschen Immobilien

Neben den neuen Immo-Crowdinvesting-Plattformen mischen bereits aktive Crowdinvesting-Plattformen ebenfalls auf dem Immobilienmarkt mit, haben aber einen anderen Weg gewählt als der Seedmatch-Gründer Sauer. Statt eine eigene Plattform dafür zu gründen, nahmen sie die Immobilienfinanzierung in ihr bisheriges Angebot auf und begrenzen sich nicht etwa auf Projektentwicklungen, sondern entscheiden für jedes einzelne Projekt, ob es bei ihnen Crowdinvesting-tauglich ist.

So etwa die Crowdinvesting-Plattform Companisto, die im Sommer 2014 mit der Weissenhaus-Kampagne für das gleichnamige Luxus-Resort für Schlagzeilen sorgte. Denn Weissenhaus war ein Glanzprojekt: 1679 Investoren gaben insgesamt die Rekordsumme von 7,5 Millionen Euro – bei einer Mindestverzinsung von vier Prozent. „Mit der Finanzierung des Resorts wollten wir eine neue Anlageklasse eröffnen und interessierten Investoren die Möglichkeit geben, ihr Portfolio zu diversifizieren”, sagte Tamo Zwinge, Geschäftsführer von Companisto. „Es reizt mich schon immer, neue Wege zu gehen und die Bestätigung die wir für dieses Projekt erhalten haben, war grandios”, sagt Weissenhaus-Initiator Jan Henric Buettner rückblickend. „Für mich persönlich als VC-Unternehmer ging es dabei weniger darum, Geld einzusammeln, sondern ein Leuchtturm-Projekt zu realisieren, das zeigt, was mit neuen Wegen in der Finanzierung auch in Europa machbar ist. Vermutlich nicht mein letztes Projekt dieser Art.”

Ähnlich sieht es bei Fundernation aus: Das Start-up, das Crowdinvesting für IT, Nachhaltigkeit, Raumfahrttechnologie und eben auch Immobilien anbietet, entstand aus einem Venture Capital Team. Das erste Immobilienprojekt, die SpreeSide Residenz in Berlin ging im November 2014 online und wurde im Februar finanziert. Bei ihnen liegt die Mindestinvestition bei 100 Euro. Kleinanlegern wird eine 5-Prozent-Verzinsung versprochen. Die Laufzeiten der Darlehen liegen in der Regel bei fünf Jahren – können aber variieren.